Ihr sollt ein Segen sein

Vor kurzem erschütterte viele Menschen eine vatikanische Verlautbarung, homosexuellen Paaren den Segen zu verweigern mit der Begründung, Homosexualität sei Sünde. Nun freuen wir uns sehr, dazu eine Stellungnahme des katholischen Bibelwerks sowie des Theologen Thomas Hieke (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) zur Kenntnis bringen zu können.

Professor Hieke schreibt in seinem Blog (http://blog.thomashieke.de) am 15. März 2021:

Die Glaubenskongregation behauptet, die Kirche habe keine Vollmacht, homosexuelle Paare segnen zu können, so die Meldung auf katholisch.de. Diese Behauptung ist ein Irrtum, ebenso wie die entsprechenden Passagen im Katechismus der Katholischen Kirche, die eine homosexuelle Partnerschaft als “objektiv ungeordnet” bezeichnen (KKK 2357). Die Katholische Kirche wird ihre Haltung zu Menschen mit homosexueller Identität ändern. Früher oder später. Aus der Geschichte weiß man, dass es manchmal lange dauert, bis falsche Lehren der Kirche berichtigt werden. Aber manches müsste einfach schneller gehen … Derartige Schreiben aus Rom werden später den gleichen Rang in der Peinlichkeit haben, wie man heute schon auf manche “Responsen” aus der frühen Neuzeit herabschaut.

Bereits im Jahr 2019 hat Professor Hieke dazu einen Artikel für die Zeitschrift Publik Forum erarbeitet, den wir mit seiner freundlichen Erlaubnis hier allen Interessierten zur Verfügung stellen:
http://blog.thomashieke.de/blog/bibel-und-homosexualitat/aber-in-der-bibel-steht-doch/

Das Bibelwerk verweist in https://www.bibelwerk.de/verein/nachrichten/neuigkeiten/2021/default-95558388f2-1 auf genau diesen Artikel von Professor Hieke und schließt mit dem Satz, den wohl niemand bestreiten mag:

„Wir sind […] davon überzeugt, dass der Spender des Segens immer Gott selbst ist“

 

Papstreise in den Irak

Von unseren Medien wenig beachtet, aber ein großer Schritt in eine interreligiöse Zusammenarbeit: Die unerwartete Reise des Papstes Franziskus in den Irak. Professor Stefan J. Wimmer hat sie genau verfolgt und im Sinne abrahamischen Dialogs ausgewertet. Lesen Sie hier seinen Artikel und sehen Sie Fotos von dieser bemerkenswerten Reise sowie Predigt- und Gebetstexte des Papstes: Auf Abrahams Spuren

Abrahamisches Friedensgebet und Manfred-Görg-Preis 2021

Sonntag, 19. September 2021 – Genaueres wird noch bekanntgegeben

Zum dritten Mal steht die Verleihung des Manfred-Görg-Preises für religions­geschicht­liche Forschung und interreligiösen Dialog bevor. Wir möchten den Termin verknüpfen mit dem Abrahamischen Friedensgebet, das jährlich zum Gedenken an den Gründer und spiritus rector der Freunde Abrahams Prof. Dr. Dr. Manfred Görg (1938-2012) stattfindet.

Wir planen die Veranstaltung für Sonntag, 19. September 2021 in der Nazareth-Kirche (Bogenhausen), die jetzt auch dem „Haus der Kulturen und Religionen in München“ als vorläufiger Veranstaltungsort dient (hdkrm.org). Das Nähere dazu wird spätestens in der Abrahams Post Herbst/Winter 2021/22 bekannt gegeben, die Sie Anfang September erhalten sollten. Bitte merken Sie den Termin bereits vor.

Versöhnung oder prophetische Intervention?

Interreligiöse Sozialethik in gesellschaftlichen Konflikten

Ein Beitrag zur Theologie des Interreligiösen Dialogs

Referent: Prof. Dr. Hansjörg Schmid

Donnerstag, 1. Juli 2021, 19.00-20.30 Uhr, Zoom-Meeting

Aufgrund von Corona wird die Veranstaltung digital durchgeführt; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Einwahldaten finden Sie im Flyer.

Welche Ressourcen liegen in einer proaktiven Auseinandersetzung mit Konflikten sowie diesen zugrundeliegenden Gegensätzen, Einstellungen und Verhaltensweisen? Wie lässt sich ein Gleichgewicht von Versöhnung und prophetischer Intervention finden?
Diese Fragestellungen zeigen Perspektiven für eine interreligiöse Sozialethik auf, welche von gemeinsamen Herausforderungen in pluralen und postsäkularen Gesellschaften ausgehen.

Hansjörg Schmid ist Direktor des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft (SZIG) sowie Professor für interreligiöse Ethik und christlich-muslimische Beziehungen an der Universität Fri-bourg/Schweiz.

Tikkun Olam – Weltverbesserung als Ideologie oder Alltagskonzept?

Gern weisen wir auf diese Veranstaltung hin:

Rabbiner Tovia Ben-Chorin und Prof. Dr. Michael Wolffsohn im Gespräch

Termin: Mittwoch, 31. März 2021, 19 Uhr, Eintritt: kostenfrei, online via Zoom, bereitgestellt vom Jüdischen Museum München, Anmeldung: Beth Shalom, https://eveeno.com/Ben-Chorin_Wolffsohn_Beth_Shalom_2021

Tikkun Olam – „Reparatur“ der Welt. Auch Weltverbesserung? Olam-Welt: die große oder unsere kleine, die Makro- oder Mikroebene? Kollektiv oder individuell? Gibt es dafür ein „Rezept“ wie beim Backen? Was verstanden Unsere Weisen (Chasal) darunter? Wie und wo kann jeder von uns unsere Olam-Welt „reparieren“. Überheben wir uns etwa dabei und schwingen uns auf, „wie Gott“ zu sein? Oder ist genau das unsere Aufgabe als „Ebenbilder“ Gottes? Und ist tikkun olam nur religiös denkbar, also mit dem Gottesbezug? Unterscheidet sich hier Jüdisches von Christlichem grundsätzlich, denn das Christentum geht von der Ursünde/Erbsünde/Urschuld des Menschen aus, die Jesus durch seinen Märtyrertod aufhob?

Eine Veranstaltung der Liberalen jüdischen Gemeinde München Beth Shalom in Kooperation mit Chaverim – Freundeskreis zur Unterstützung des liberalen Judentums in München, dem Fachbereich Dialog der Religionen im Erzbischöflichen Ordinariat, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München, dem Jüdischen Museum München und #2021JLID.

Manfred-Görg-Preis 2021

Im Jahr 2021 wird zum dritten Mal der nach dem Gründer der Freunde Abrahams benannte Manfred-Görg-Preis verliehen. Bewerbungen aus dem universitären Umfeld sind bis 11. April 2021 möglich – lesen Sie die Ausschreibungsdetails.

Der Manfred-Görg-Preis 2021 wird verliehen am 19. September 2021. In welchem Rahmen die Verleihung stattfinden wird, ist derzeit noch offen. Wir werden zeitnah informieren, in der „Abrahams Post“ und auch an dieser Stelle.

Haus der Kulturen und Religionen in München

Das ambitionierte Projekt eines Hauses der Kulturen und Religionen, in dem Austausch, gemeinsames Lernen und zukünftig auch kulturübergreifendes Wohnen Studierender möglich sein soll, geht in seine erste praktische Phase. Für ein Jahr wird ein Probelauf in den Räumen der Nazarethkirche in München-Bogenhausen (www.nazareth-projekt.de) aufgenommen. Als Eröffnungstermin ist der 1. März 2021 festgelegt.

Die Freunde Abrahams, Mitglied im Trägerverein Haus der Kulturen und Religionen, wünschen diesem Projekt Gelingen, Erfolg und gute Akzeptanz in Bogenhausen und München. Wir beabsichtigen, im Rahmen dieser Einrichtung auch Veranstaltungen anzubieten.

Mehr zum Projekt unter hdkrm.org!

„Im Islam leben und sterben wir alle“?

Was Goethe unter „Islam“ versteht und was nicht

Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel

Mittwoch, 24. März 2021, 19.00 Uhr
Evangelische Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Str. 24
Teilnahmegebühr: 8 €

Die Veranstaltung wird entweder in Präsenz und Livestream („hybrid“) oder per Zoom stattfinden.

Keiner der großen Schriftsteller hatte ein derart kenntnisreiches und literarisch produktives Verhältnis zur Kultur des Orients und zum Islam als Religion wie Johann Wolfgang von Goethe. Den Koran kennt Goethe von frühen Zeiten an, ein Drama über das Leben des Propheten Mohammed beginnt er zu entwerfen, und als es zur Begegnung mit dem Werk des persischen Dichters Hafis kommt, einem Poeten und Koranlehrer des 14. Jahrhunderts, intensiviert sich Goethes Dialog über die Zeiten, Kulturen und Religionen hinweg zu einzigartigen Dichtungen: zum West-östlichen Divan. Karl-Josef Kuschel hat dieses Vermächtnis Goethes als Herausforderung für uns heute neu erschlossen.

Prof. em. Dr. Karl-Josef Kuschel, Universität Tübingen, ist einer der heute führen­den Theologen im interreligiösen Gespräch. Der Vortrag gibt Einblick in das neu erschienene Buch Goethe und der Koran mit Kalligraphien von Shahid Alam (2021).

Veranstalter: Evangelische Stadtakademie in Kooperation mit Freunde Abrahams e. V.

Anmeldung NUR über die Evangelische Stadtakademie: info@evstadtakademie.de oder Tel. 089/5490270

Die dialogische Sprache mit dem Judentum im Koran

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Donnerstag, 22. Juli 2021, 19.30 Uhr
Münchner Forum für Islam, Hotterstr. 16

Mit „Höre!“ beginnt das Grundgebet des Judentums, mit „Sprich!“ die Sure Al-Ikhlas, die Grundaussagen des Korans in wenigen Worten zusammenfasst. Es sind aber gerade nicht (scheinbare) Gegensätze, die sich auftun, wenn man die Sprache des Korans neben der Tora erklingen lässt.

Dabei soll es hier weniger um gemeinsame erzählerische Inhalte gehen, die schon häufig aufgezeigt wurden. Es geht auch nicht darum, wie Israeliten im Koran dargestellt werden.

Liest man Textquellen des Judentums mit dem Koran zusammen, dann entsteht ein Dialog, der nicht Konfrontation und Abgrenzung im Sinn hat, sondern von einer Nähe zueinander kündet, die tiefer reicht als wohl den meisten muslimischen und jüdischen und anderen Menschen bewusst ist. Sich darauf einzulassen, kann zum Gewinn für alle werden!

Wird als Präsenz- oder Hybridveranstaltung geplant. Anmeldung unbedingt erforderlich beim Münchner Forum für Islam: info@islam-muenchen.de, Tel. 089 / 212 693 66

Veranstalter: Münchner Forum für Islam (MFI), in Kooperation mit Freunde Abrahams, Münchner Lehrhaus der Religionen, Haus der Kulturen und Religionen in München

„O, er ist Alles“

Rainer Maria Rilkes Dialog mit Buddha

Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel

Mittwoch, 21. April 2021, 19.00 Uhr
Evangelische Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Str. 24
Teilnahmegebühr: 8 €

Die Veranstaltung wird entweder in Präsenz und Livestream („hybrid“) oder per Zoom stattfinden.

Der Buddha – eine der großen Gestalten der Weltreligionen. Es hat lange gedauert, bis seine Spiritualität Menschen im Westen angerührt hat. Pioniere waren schon früh im 20. Jahrhundert die Dichter. Hermann Hesse gehört mit seiner „indischen Dichtung“ Siddharta (1922) dazu, aber auch Rainer Maria Rilke. Er begegnet dem Buddha als Figur während seiner Zeit als Sekretär des großen französischen Bildhauers Auguste Rodin: 1905/06. Nicht über das Studium buddhistischer Texte oder eine monastische Praxis, sondern durch reine Anschauung gewinnt Rilke einen Zugang zu Buddha. Drei „Buddha“-Gedichte entstehen. Sie gehören zum Kostbarsten, was in deutscher Sprache über den Buddha geschrieben wurde.

Prof. em. Dr. Karl-Josef Kuschel, Universität Tübingen, ist einer der heute führenden Theologen im interreligiösen Gespräch. Der Vortrag gibt Einblick in sein Buch Als ob er horchte. Rainer Maria Rilkes Dialog mit Buddha, 2020.

Veranstalter: Evangelische Stadtakademie in Kooperation mit Freunde Abrahams e. V. und Stiftung Spiritualität und interreligiöser Dialog

Anmeldung NUR über die Evangelische Stadtakademie: info@evstadtakademie.de oder Tel. 089/5490270