Abrahams Post 38

 

EDITORIAL:

Sie haben Freunde (Abrahams)!

Mit diesen Worten haben wir ein Anschreiben an die Mitglieder während des ersten Lockdowns im April letzten Jahres beschlossen. Wir haben das damals zunächst nur digital versandt, in der Meinung, dass die Umstände sich schnell wieder bessern würden. Das war ein Fehler, und so kam Ende Juni ein Rundbrief auch auf Papier.

Wir sind uns bewusst, dass ausschließlich digitale Informationswege und eben auch digitale Veranstaltungen nicht alle Menschen erreichen können. Hier wird – durch Corona in enorm verstärktem Maße, aber auch unabhängig von Corona – eine neue Form der Exklusion geschaffen. Wir können das weder aufhalten, noch wollen wir wegschauen, wenn Menschen unter dieser neuen Form der Einschränkung leiden. Bitte geben Sie uns ggf. eine Rückmeldung, wenn digitale Wege für Sie nicht in Frage kommen. Nicht online zu sein – aus welchen Gründen auch immer – ist weder ein Verschulden, noch ein Vergehen, sondern Ihr Recht.

Und gleichzeitig ermutigen wir Sie gern, sich auch auf neue Medien (ob sie nun zurecht „sozial“ heißen oder nicht) einzulassen – wenn Sie können. Falls Sie dazu Hilfe brauchen, scheuen Sie sich nicht, Verwandte, Nachbarn oder eben Freunde anzusprechen, soweit und sobald das die Lockdown­bestimmungen zulassen. Ja, es kann passieren, dass jemand sich belästigt fühlt und das womöglich zu verstehen gibt oder auch nicht. Aber die weitaus meisten Menschen freuen sich darüber, wenn sie angesprochen werden und helfen können. Sie tun anderen einen Gefallen, wenn Sie sie um Hilfe bitten! So geht Menschsein.

Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie mit uns kommunizieren. Wir freuen uns, wenn Sie uns zum Beispiel Ihre Meinung zu diesem Heft mitteilen, zu dem, was die Freunde Abrahams tun oder tun sollten. Wenn Sie es uns erlauben, veröffentlichen wir Ihr Feedback auch gerne.

Stefan J. Wimmer


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BERICHTE  –  NOTIZEN  –  TIPPS

20 Jahre Freunde Abrahams!

von Stefan Jakob Wimmer

Hand aufs Herz: Hätten Sie gewusst, wann die Freunde Abrahams gegründet wurden? Einige von Ihnen wissen es bestimmt, denn unter unseren aktuell mehr als zweihundert Mitgliedern sind einige, die schon von den Anfängen an mit dabei sind. Und trotzdem ist die Frage nicht mit einer einfachen Jahreszahl zu beantworten … Das kam so:

Wann genau die Idee auftauchte, lässt sich nicht mehr greifen. Eine Notiz mit „Vorüberlegungen zur Gründung einer Gesellschaft“ ist auf den 9.6.2001 datiert – sie enthält auch schon den Namen „Freunde Abrahams“, stammt vom Urheber dieser Zeilen und wurde diskutiert am Lehrstuhl für Alttestamentliche Theologie von Prof. Dr. Dr. Manfred Görg, Theol.-Kath. Fakultät der LMU. Dessen Interessen, aber auch seiner unkonventionellen Prägung entsprach es, dass er seine Assistentenstelle aufteilte: Eine Hälfte hatte der katholische Theologe Dr. Georg Gafus inne, die andere Hälfte erhielt ich als Ägyptologe, der nach Studium und Promotion an der Hebräischen Universität Jerusalem in seine Heimatstadt zurückgekehrt war. Zum „Institut für Biblische Exegese – AT“ (wie sich die Einrichtung um den Lehrstuhl herum damals noch nannte) gehörte weiter der Akademische Oberrat Dr. Augustin Müller. Alle zusammen waren wir uns einig, dass die Förderung der von Prof. Görg vertretenen Interessensbereiche – von Ägypten und dem Alten Orient ausgehend bis hin zur Verständigung der Religionen in unserer Zeit – über den akademischen Rahmen hinaus eine lohnende Aufgabe wäre. Wirklich initiativ wurden wir aber zunächst nicht.

Bis der 11. September in jenem Jahr alles erschütterte, auch uns. Wie viele Men­schen waren wir entschlossen, jetzt „irgendetwas“ konkret zu tun. Wir setzten uns am 27.9. im Stammlokal des Lehrstuhls, das wir unter uns „den Hebräer“ nannten – es war die Pizzeria „Bohème“ in der Türkenstraße, die israelischen Inhabern gehörte und auch arabische Angestellte beschäftigte (sie existiert schon lange nicht mehr) – zusammen, um eine Gründungsversammlung zu planen. Die fand statt am Abend des 14. November 2001, in der Bibliothek des Instituts für Biblische Exegese, die sich damals neben den Lehrstuhlräumen im Erdgeschoss des Adalberttrakts befand (= jetzt Hörsaal C 022). Im ersten Heft der „Abrahams Post“ (Herbst/Winter 2002/03) ist nachzulesen, dass es nach dem jüdischen Kalender der „29.2.5762“ und nach dem islamischen Kalender der „28.8.1422“ war. Vierzehn Anwesende gründeten den Verein und wählten Prof. Görg zum 1. Vorsitzenden, Stefan Wimmer, Ph.D., zum 2. Vorsitzenden, Helga König zur Schriftführerin, Dr. Maximilian Mützel-Gramann zum Schatzmeister und Andrea Gramann M.A., Dr. Evelyn Scriba und Dr. Augustin Müller zu Beiräten. Die übrigen Gründungsmitglieder waren: Gerda Balet, Dr. Erwin Dullinger, Dr. Georg Gafus, Dora Haaf, Nina Redl, Peter Remlein, Christiane Wolf. Von den 14 sind sieben noch am Leben und Mitglied.

Als erste Aktivität wurde zwei Tage später mit einem Aushang am Schwarzen Brett des Lehrstuhlsekretariats den Muslimen termingerecht „Ramadan karim!“, eine gesegnete Fastenzeit, gewünscht (auch wenn von denen vermutlich nur wenige dort vorbei kamen). Die Eintragung im Vereinsregister wurde über das Notariat Wolf Weiss veranlasst und am 27.11.2001 vollzogen. Als erstes Veranstaltungsangebot für die (noch wenigen) Mitglieder besuchten wir am 22. Dezember die Ausstellung „Das Geheimnis des goldenen Sarges – Echnaton und das Ende der Amarnazeit“ im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst, das damals in der Residenz unter­gebracht war.

Um uns aber der Öffentlichkeit zu präsentieren, planten wir ein wenig länger. Am 24. April 2002 fand im Hörsaal B 101 des LMU-Hauptgebäudes die „offizielle Auftaktveranstaltung“ statt. Als Festredner war Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel aus Tübingen eingeladen und sprach zum Thema „Abrahamische Ökumene: Chan­cen und Risiken“. Im selben Jahr gründeten wir unsere eigene wissenschaftliche Zeitschrift „Blätter Abrahams“, deren Heft 1 diese Auftaktveranstaltung dokumentiert. Sozusagen als Antrittsbesuche waren die ersten beiden folgenden Programm­ange­bote ein Ausflug zu Synagoge und Jüdischem Kulturmuseum in Augsburg am 9. Mai und ein Besuch in der Pasinger Moschee am 16. Juni 2002.

Fazit: Wir haben die Wahl, ob wir das 20-jährige Bestehen der Freunde Abrahams mit den formalen Gründungsakten verbinden – das wäre dann 2021, oder mit dem Schritt in die Öffentlichkeit – das wäre 2022. Für den kommenden Herbst ist wieder eine Verleihung des Manfred-Gör­g-Preises vorgesehen (siehe Seite 10), und leider steht das laufende Jahr noch unter ziemlich unsicheren Vorzeichen, was gesellige Zusammenkünfte betrifft. Daher greifen wir auf die zweite Option zurück, und wollen für 2022 wieder ein schönes gemeinsames „Abrahams Fest“ vorsehen, das dann der Würdigung unseres Jubiläums gewidmet sein soll. Freuen können wir uns darauf jetzt schon.

 

Wir (!) haben Freunde – Resonanzen auf die schriftliche MV 2020

Eine Resonanz mit Zuschriftenauswahl von Brigitte Hutt

Die Situation im Jahr 2020 hat uns gezwungen, die persönlichen Begegnungen zwischen Freundinnen und Freunden Abrahams weit mehr einzuschränken, als es uns lieb war. Doch im Gegenzug hat uns so viel Dankbarkeit und Zuspruch erreicht, dass es nur mit dem Wort „überwältigend“ zu beschreiben ist. Zwei Drittel der Mitglieder haben sich an der schriftlich durchgeführten Mitgliederversamm­lung beteiligt (eine Beteiligung von 50 % wäre notwendig gewesen), und nicht wenige von ihnen haben das Abstimmungsformular durch persönliche Worte ergänzt. Einiges davon möchten wir hier weitergeben.

Dank für das Getane und Mut für die kommende Zeit!

Schön, dass es die „Freunde Abrahams e.V.“ gibt und herzlichen Dank für die engagierte Arbeit des Vorstands!

Danke auch für dieses Jahr in treuer Sorge um das Miteinander der Religionen und Konfessionen!!! Heute ist das nötiger denn je.

Vielen Dank für Ihre und Eure Zeit und Mühe. – Und bleiben wir in der Zuversicht, dass Vieles – trotz aller Einschränkungen, die wir alle zurzeit erleben und leben – seine guten und heilenden Aspekte hat.

Lieber Vorstand der Gesellschaft Freunde Abrahams, irgendwie gehören Sie zu meinen „Tröstern“ in der harten Coronazeit.

Danke fürs Verbreiten der Mitgliederversammlung auf diesem Weg! Freue mich aber schon, andere Mitglieder von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Alles Gute!

Bleiben Sie alle gesund und unerschrocken.

Auch Corona geht vorbei und es kommen wieder bessere Zeiten. Derweilen herzliche Grüße.

Ich bedanke mich, dass ihr trotz erschwerter Umstände euer Engagement aufrecht haltet!

In diesen Zeiten ist Post von Freunden (Abrahams) noch wohltuender als sonst – ich freu mich schon auf die nächste!!! Herzlichen Dank für Eure wunderbare Arbeit!

Bleiben Sie – in diesen schweren Zeiten – Ihren Mitgliedern immer auch „ein Stück Geistiger Heimat“ – vor allem denen, die alters- oder gesundheits­bedingt nicht mehr aktiv am Vereinsgeschehen teilhaben können, Ihrer Arbeit und Ihrem Wirken aber sehr verbunden sind.

 


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Ein Haus sucht ein Zuhause

Zur Kooperation des Hauses der Kulturen und Religionen München mit dem nazareth.projekt – von Yvonne Baur-Saleh

Kürzlich habe ich ein Inserat zur Vermietung eines Apartments online gestellt. Binnen weniger Tage erreichten mich zwei Dutzend Anfragen; die Interessenten spiegelten die kulturelle Vielfalt unserer Stadt wieder. Vor Ort gefiel der Masterstudentin der lichtdurchflutete Raum, der Webdesignerin das blaue Vintage-Bad, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter der sonnige Balkon für seine Bonsaizucht.

In meiner Fantasie erbaute ich ein großes Haus, in dem alle Bewerber mit ihren vielfältigen Interessen und Lebensentwürfen Platz fänden. Ich muss dabei wohl an den Verein Haus der Kulturen und Religionen München (HdKRM) gedacht haben, der ebenfalls auf Immobiliensuche ist. Interreligiöse Initiativen (Occurso, das Münchner Lehrhaus der Religionen, die Freunde Abrahams) haben sich mit Vertreter*innen von Kirchen und Religionen zu einem Projekt zusammengeschlossen. Juden, Buddhisten, katholische und evangelische Christen sowie Muslime sind bisher dabei.

Entstehen soll ein Ort des Lernens und der Begegnung: mit Erwachsenenbildung, konzipiert vom Münchner Lehrhaus der Religionen und den Freunden Abrahams. Mit einem College of Interreligious Studies, an dem die Hochschule für Philosophie einen Masterstudiengang anbietet. Mit einem internationalen Wohnheim für Studierende, ähnlich dem legendären Johanneskolleg, das 2015 schließen musste. Mit gelebter Spiritualität in jeder Form: Andacht, Gebet, Meditation. Und unbedingt mit einem Café als Treffpunkt.

Martin Rötting, Professor für Religious Studies in Salzburg, ist der Hauptinitiator des Projekts. Als sehr junger Mann interessierte er sich gleichzeitig für christliche und buddhistische Spiritualität und lebte einige Zeit in einem koreanischen Zen-Kloster. In einer pluralen Gesellschaft sei es notwendig, so Rötting, in den interreligiösen Dialog insbesondere auch die ostasiatischen Religionen einzubeziehen und ebenso Menschen, die sich neuen Formen der Spiritualität zugewandt haben oder die nicht religiös sind.

Bei allen Akteuren im Projekt HdKRM spürt man, dass ihnen der Dialog eine Herzensangelegenheit ist, wie für Hermann Benker zum Beispiel, einen langjährigen Freund Abrahams. Als er vor zehn Jahren die Seidenstraße bereiste, hatte er ein „Erweckungserlebnis“: Auf der alten Handelsroute waren sich über Jahrhunderte hinweg Juden, Manichäer, Nestorianer, Zoroastrier, Muslime und Buddhisten begegnet. Dies inspirierte ihn zu einem Abrahamitischen Hotspot  im neuen Quartier auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne. Leider kam das Projekt nicht zustande, denn „als einzelner Ideenträger hat man es schwer“, wie er resümiert. Für das HdKRM holte ihn Martin Rötting an Bord.

Was dem Haus der Kulturen und Religionen bisher fehlte, war ein Zuhause, ein konkreter Ort mit einer Adresse. Eine gute Idee kam von unserem Vorstandsmitglied Dr. Peter Marinković, Dekan im Evang.-Luth. Prodekanat München Ost und zuständig für elf Kirchengemeinden in Bogenhausen: Könnte man das HdKRM vielleicht mit dem Verein nazareth.projekt zusammenbringen? Nach der Fusion der Immanuel- und der Nazarethkirche etablierte sich dieses Projekt und bietet innovative Gottesdienstformen sowie ein anspruchsvolles Kulturprogramm mit Konzerten und Ausstellungen an. Nach einigen Vorgesprächen vereinbarten das HdKRM und die Kirchengemeinde Immanuel-Nazareth tatsächlich eine Koope­ration, die nun in einer einjährigen Pilotphase erprobt wird. Ob dieser Standort dann bleibt oder sich etwas ganz anderes ergibt, steht noch in den Sternen, aber wir vertrauen darauf, dass es ein guter Stern ist.

Seither herrscht Aufbruchstimmung: Das Team Programmplanung telefoniert, mailt, zoomt. Den Anfang macht die Wanderausstellung Dialogtüren, die vom 1. März bis Ende April in der Nazarethkirche (Barbarossastraße 3) gezeigt wird. Folgen werden ein Filmgespräch, interreligiöse Exerzitien, Kalligraphie-Workshops, ein Ikebanakurs und vieles mehr.

Der Kern religiöser Traditionen vermittelt sich (auch) über den künstlerischen Ausdruck. Hierfür ist die Nazarethkirche ein guter, ästhetisch ansprechender Ort. Von außen wirkt der kubische Baukörper wie eine Skulptur. Blickt man im quadratischen Kirchenraum nach oben, fällt der Blick auf ein oktogonales, zeltförmiges Dach. Es soll wohl an Abraham erinnern, der – wie die Bibel und der Koran berichten – drei Besuchern Gastfreundschaft in seinem Zelt erwies.

Wenn Sie nun neugierig auf das Projekt und das Haus geworden sind, dann verfolgen Sie am 1. März 2021 eine Infoveranstaltung, die auf YouTube live übertragen wird. Pfarrer Markus Rhinow führt durch die Kirchenräume, Vertreter des nazareth.projekts und des HdKRM stellen sich vor.

Liebe Freunde und Freundinnen Abrahams, Sie alle sind herzlich eingeladen, Vorschläge für das zukünftige Programm beizusteuern. Schreiben Sie uns gerne, was Sie über den Standort und die Kooperation denken. Nähere Informationen zu dem Projekt finden Sie auf der Website https://hdkrm.org. Dort wird zeitnah der YouTube-Link zur Informationsveranstaltung veröffentlicht.

 

Der Jude Jesus – Eine Heimholung

zum (online-) Vortrag von Walter Homolka am 1.12.2020 von Judith Einsiedel

Unter diesem Titel hat Rabbiner Prof. Walter Homolka im vergangenen Jahr ein Buch vorgelegt, in dem er die Geschichte der Auseinandersetzung mit Jesus aus jüdischer Perspektive beleuchtet. Gewidmet hat er sein Buch dem Regisseur der Oberammergauer Passionsspiele, Christian Stückl. Dieser hatte 2020 für seine ausgewogene Darstellung des Judentums auf der Bühne den Abraham-Geiger-Preis erhalten. Bei einem Online-Vortrag für die Evangelische Stadtakademie am 1. De­zem­ber hat Rabbiner Homolka einige Aspekte aus seinem Buch vorgestellt. Dabei beeindruckte vor allem die Beschäftigung jüdischer zeitgenössischer Künstler*innen mit der Person Jesu. Heimgeholt wird er von ihnen insofern, als dass sie Jesus in die Schicksalsgemeinschaft und Geschichte ihres eigenen Volkes ‚einschreiben‘ bzw. ‚einzeichnen‘.

Wiederholt begegnet Jesus da als eines der unzähligen Opfer der Schoah, wie es zum Beispiel der Künstler Moshe Hoffmann (1938-83) in seinem eindrücklichen Holzschnitt „6.000.001“ darstellt, auf dem Jesus vom Kreuz abgenommen und der Deportation ins Konzentrationslager zugeführt wird[1]. Jesus wird zum Mitleidenden des jüdischen Volkes zur Zeit des Nationalsozialismus, „im gemeinsamen Leid entsteht eine Solidarität gegen Verfolgung und Antisemitismus“[2].

Mit seinen Fotografien holt der israelische Künstler Adi Nes (*1966) Jesus in die unmittelbare Gegenwart und macht ihn zu einem Mitglied der israelischen Armee; er knüpft dabei an bekannte Darstellungen der christlichen Ikonographie an (z. B. da Vincis Abendmahl oder Michelangelos Pietà). Da wird das „Last Supper“[3] zum letzten Mahl junger israelischer Soldaten, bevor sie in den Kampfeinsatz entsendet werden. „Jesus“, dessen Schicksal bereits besiegelt scheint, sitzt unbeachtet und isoliert in der Mitte. Sind er und die anderen jungen Männer Opfer eines Verrats ihrer Regierung? Die Frage bleibt offen.

Jesus ist jedenfalls (nicht nur) in der jüdischen Kunst „schon längst der jüdische Bruder geworden, der nicht wie Jahrhunderte zuvor gegen sein Volk gerichtet wird, sondern in einem Akt der künstlerischen Heimholung als Projektionsfläche jüdischer Identitätsbewältigung dienen kann“[4]. Von unseren jüdischen Ge­schwistern dürfen wir uns neu inspirieren lassen, was es heißen kann, das Leben und die Botschaft des Jesus aus Nazareth in unsere Zeit hinein fortzuschreiben. Eine solche inspirierende Stimme gehörte auch dem israelischen Schriftsteller Amos Oz: „Ich ging abends oft in die Bibliothek und las die Evangelien. Die anderen Jungen spielten Basketball oder stellten den Mädchen nach. Ich war in beidem ein hoffnungsloser Fall – ich fand Trost bei Jesus. Ich las also die Evangelien – und verliebte mich in Jesus, in seine Vision, seine Zärtlichkeit, seinen herrlichen Sinn für Humor, seine Direktheit, in die Tatsache, dass seine Lehren so voller Über­raschungen stecken und so voller Poesie sind. Ich war in keinem Punkt mit ihm einig, doch das ist nun einmal unser Wesen: Sie werden niemals zwei Juden finden, die sich in irgendeiner Sache einig sind. Im Großen und Ganzen jedenfalls verliebte ich mich in Jesus.“ (Amos Oz, Jesus und Judas. Ein Zwischenruf, Ostfildern 2018).

[1] https://www.jcrelations.net/fileadmin/_processed_/3/1/csm_moshe-hoffman-jesus_36fdcb3e54.png

[2] Homolka, Walter, Der Jude Jesus. Eine Heimholung, Freiburg-Basel-Wien 2020, 13

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Adi_Ness,_Last_Supper.jpg

[4] Homolka, Walter, Der Jude Jesus. Eine Heimholung, Freiburg-Basel-Wien 2020, 17


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„Abraham Accord“ ?!
Zu den neuen Abkommen im Nahen Osten

von Stefan Jakob Wimmer

Ich kann mich gut erinnern, als während meiner siebenjährigen Studienzeit in Jerusalem, genauer im Juli 1986, im israelischen Rundfunk aufgeregt die Eilmel­dung enthüllt wurde, dass sich Premierminister Shimon Peres in einem Flugzeug in Richtung Marokko befände. Das war durchaus sensationell, denn seit dem Ägypter Anwar al-Sadat (der dafür mit dem Leben bezahlte) war kein arabischer Staatschef bereit gewesen, öffentlich einen Regierungschef Israels zu empfangen. Der damalige König Hassan II. (gest. 1999) unternahm nun diesen Schritt. Zwei Ta­ge blieb die israelische Delegation in einem Palast nahe der Königsstadt Fes. Dort hatte die Arabische Liga einige Jahre zuvor, 1982, einen Plan vorgelegt, wonach der Uno-Sicherheitsrat „Frieden und Sicherheit aller Länder der Region garantieren“ solle – was implizit eine Anerkennung Israels eingeschlossen hätte, unter der Voraus­setzung, dass Israel sich „aus allen besetzten Gebieten“ zurückzöge und einen Palästinenserstaat unter Führung der PLO mit Jerusalem als Hauptstadt anerkennen würde.

Entsprechende Zugeständnisse brachte der Besuch in Fes von keiner Seite. Außer einem recht unverbindlich gehaltenen, gemeinsamen Communiqué wurde nichts vereinbart. Doch Marokkos Verhältnis zum Jüdischen Staat blieb vergleichsweise entspannt – jedenfalls vor dem Hintergrund der radikal kompromisslosen Ablehnung bis hin zur immer noch grassierenden Vernichtungsrhetorik anderer Staaten.

Auch der nach wie vor sehr vitalen jüdischen Minderheit in Marokko ging und geht es traditionell vergleichsweise gut. Umgekehrt fühlen sich viele aus Marokko stam­men­de Juden bzw. deren Nachkommen in Israel – sie bilden dort die größte Gruppe orientalischer Juden – ihrer „anderen“, früheren, Heimat oft weiterhin verbunden. Während das für die meisten anderen arabischen Länder nicht denkbar ist, ist es Israelis schon seit Jahrzehnten erlaubt, Marokko zu bereisen, wenn sie dort familiäre Wurzeln haben.

So ist eigentlich verwunderlich, dass Marokko nicht schon in der Folge der Abkom­men zur gegenseitigen Anerkennung, die Israel und die PLO 1993 in Oslo auf den Weg brachten, und die zumindest anfänglich Bewegung und Hoffnung in Richtung auf echten Frieden in Nahost brachten – auch wenn die der Gewalt der Unversöhn­lichen nicht lange standhielt – diplomatische Beziehungen mit Israel aufnahm. Allein Jordanien bzw. dessen Königshaus sprang damals auf den Zug auf, hat aber bis heute Mühe, diesen Schritt vor der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Warum also ausgerechnet jetzt, im Dezember 2020, in einer Zeit, in der Israel mit dem „Deal des Jahrhunderts“ zwischen Trump und Netanjahu die Palästinenser in geradezu historischer Weise demütigte (siehe „Donald löst den Nahostkonflikt“, Abrahams Post Frühjahr/Sommer 2020) und der israelische Premierminister seine Doktrin, wonach keine Zugeständnisse an die Palästinenser erforderlich seien, um arabische Staaten zum Einlenken zu bewegen, auch in Washington zur Staatsräson machen konnte? Es drängt sich freilich der Verdacht auf, dass das von weiten Teilen der Welt ersehnte bevorstehende Ende der Ära Trump dabei die entscheidende Rolle spielte. Der lieferte denn auch die Erklärung, als er bekannt gab – damals durfte er noch twittern – dass die USA ab sofort die seit 1975 von Marokko besetzte Westsahara als zu Marokko gehörig betrachten würde. Schließlich, so die ebenso schlichte wie trumpeske Begründung, habe Marokko ja schon 1777 die USA aner­kannt. Das also war der Deal: Wir anerkennen eure Besatzung, und ihr nehmt Israels Besatzung von Palästinensergebieten hin.

Vorausgegangen waren dem bekanntlich kurz zuvor zwei weitere Friedensab­kom­men: mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und mit dem kleinen Inselstaat Bahrain. Zwar hatten die Staaten nie Krieg gegeneinander geführt, doch kann Benjamin Netanjahu die Vereinbarungen zum Austausch diplomatischer, kultureller und – ganz besonders – wirtschaftlicher Beziehungen in der Tat als historischen Erfolg für sich verbuchen. Dass dabei ein Handelsabkommen im Umfang von mehreren Milliarden Dollar ausgerechnet den Namen „Abraham Fund“ erhielt, mag man geschmacklos finden. Es passt jedoch zur Denkweise und zur verdrehten und entstellenden Sprechweise der Trump-Ära, und es passt natürlich zu der Bezeich­nung, unter der die Abkommen in Washington vermarktet wurden: „Abraham Accord“, „die Abraham-Vereinbarung“!

Sie beinhalten Rüstungsversprechen der USA für die VAE, insbesondere von hoch­tech­nisierten F35-Kampfflugzeugen – die nun allerdings vom neuen US-Präsiden­ten Biden einer kritischen Prüfung unterzogen werden sollen. Solche Zusa­gen stellte die Trump-Regierung auch dem Königreich Saudi-Arabien in Aussicht, von dem Beobachter ebenfalls für möglich gehalten hatten, dass es eine offene Anerkennung Israels (de facto bestehen ja inzwischen keine schlechten Beziehungen) aussprechen würde. Womit ein zentrales, wenn nicht ein entscheidendes Glied in jener Achse angesprochen ist, um die es geht: um das „gemeinsame Interesse an einem Krieg mit Iran“ nämlich, wie Netanjahu im Februar 2019 wörtlich formuliert hatte. Entsprechend groß war die Sorge, dass es noch vor dem Ende der Amtszeit Trumps zu einem Militärschlag kommen könnte, und an entsprechenden Provokatio­nen fehlte es nicht. Dass es dazu nicht kam, mag womöglich nur dem chaotischen Getrampel des orientierungslosen Präsidenten in den letzten Wochen und Tagen seiner Amtszeit zu verdanken sein, deren Ende er nicht hinnehmen wollte. Ein solcher Gedanke stimmt nachdenklich, denn was dadurch womöglich ausgeblieben ist, hätte das Fanal zu einem neuen, verheerenden und umfassenden Krieg werden können – den am Ende gewiss niemand gewollt haben würde.

Was wohl Abraham von all diesen Machenschaften gehalten hätte? Nun, vielleicht hätte er darauf verwiesen, dass sich schon in der Zeit, als die Geschichten und Überlieferungen ihre Gestalt annahmen, die wir in der Hebräischen Bibel über ihn vorfinden, ein besonders enges Verhältnis zwischen Persien und dem sich formieren­den Judentum entfaltete. Das erneut von hoher Gewichtung war, als der sogenannte Babylonische Talmud im persischen Herrschaftsbereich abgefasst wurde. Dass in Israel heute eine große und bedeutende Gruppe von aus dem Iran stammenden Juden lebt, die sich oft kulturell weiterhin ihren Wurzeln verbunden fühlen. Und dass auch im heutigen Iran jüdische Gemeinden bestehen. Der Visionär Abraham würde vielleicht davon träumen, dass – ganz ähnlich wie in Marokko – auf diesen persön­lichen Verbundenheiten aufgebaut werden könnte und die politischen Irrwege endlich umschifft werden könnten … Was freilich voraussetzen würde, dass die Machthaber im Iran sich mehr um die legitimen Belange der eigenen Bevölkerung bemühen würden, anstatt die Aufmerksamkeit auf den Wahn von der Auslöschung eines Staates abzulenken, mit dessen Existenz das iranische Volk so wenig ein Problem hätte, wie andere auch, wenn für die betroffenen Palästinenser eine gerechte Friedenslösung verwirklicht werden würde … Viele Konjunktive.

Er, Abraham, war bereit, sich auf die Verheißung hin in eine ungewisse Zukunft aufzumachen. Das wäre im besten Sinne abrahamisch.

 

Weltoffenheit

von Stefan Jakob Wimmer

Nein, es kam nicht so weit. Effi Eitam, ein israelischer Aktivist in der Siedlerbewegung und Politiker der früheren ultra-rechten National-Religiösen Partei, dessen Rhetorik und Verhalten gegen Arabern von weiten Teilen der israelischen Gesellschaft als extrem rassistisch eingestuft werden, wurde nun doch nicht zum neuen Vorsitzenden des Direktoriums von Yad Va-Shem ernannt. In und außerhalb Israels wurden zahl­reiche Stimmen laut, die den internationalen Ruf und das Selbstverständnis der Ge­denk- und Forschungsstätte zur Schoah in Frage gestellt sahen. Dass es zu der für den 1. Januar 2021 angekündigten Ernennung, für die sich Premierminister Netan­jahu persönlich eingesetzt hatte, nun doch nicht gekommen ist, ist bemerkens­wert.

Die Logik, die Befürworter der Personalie vorgebracht hatten, geht so: In der Schoah wurden Juden von Nazi-Deutschland und Unterstützern massenhaft ermordet, das Ziel war die Auslöschung jüdischer Menschen überhaupt. Arabische Positionen ge­gen­über Israel befürworten und betreiben einen gewaltsamen Kampf gegen jüdische Menschen in Israel, und häufig auch außerhalb Israels, ihr erklärtes Ziel ist die Auslöschung des Jüdischen Staates. Das eine wie das andere anzusprechen, ernst zu nehmen und heute die gegebenenfalls notwendigen Maßnahmen dagegen zu befürworten – ist per se weder rassistisch noch rechtsextrem. Das gilt unabhängig von der Frage, ob diese Darstellung einer objektiven Realität entspricht oder nicht. (Nach meiner Wahrnehmung trifft sie in der Tat weitgehend zu.) Und es gilt umso mehr, wenn diese Meinung nicht aus der sicheren Bequemlichkeit anderer Länder heraus geäußert wird, sondern aus der Lebenswirklichkeit derer, die damit ihre eigene Existenz dauerhaft in Frage gestellt sehen.

Das anzusprechen, ernst zu nehmen und die gegebenenfalls notwendigen Maß­nahmen dage­gen zu befürworten, kann aber in der Tat in rechtsextreme und sehr schnell auch in rassistische Einstellungen und Handlungsweisen gegen Araber und gegen Muslime münden. Beinahe zwangsläufig begünstigt es solche, schafft so genannte Resonanz­räume für entsprechende Stimmungsmache, und den von Rassismus tatsächlich Betroffenen wird es schwerfallen, die gebotene Differenzierung vorzunehmen. Und leider beschreibt auch das eine Lebenswirklichkeit in Israel. – Nach allem, was über Effi Eitam bekannt wurde, wäre seine Berufung zum Direktor von Yad Va-Shem verheerend für Yad Va-Shem und für einen aufrichtigen Kampf gegen Antisemitis­mus gewesen.

Womit wir zum Schauplatz Deutschland zurückkehren, wo diesem Kampf eine eigene Qualität zukommt. Wir haben in der Abrahams Post immer wieder die besorg­nis­erregende Entwicklung verfolgt, mit der sich Menschen in Deutschland seit einigen Jahren konfrontiert sehen, die diesen aufrichtigen Kampf gegen Antisemitis­mus hier glaubhaft verfechten. Ausgerechnet die moralische Verantwortung, der aufrichtige Wille und die tiefe Entschlossenheit vieler in Deutschland, jede Form von Antisemitismus zu bekämpfen, wird insbesondere in München aber auch in ganz Deutschland dafür instrumentalisiert, Kritik an der rechtsgerichteten und nach Meinung vieler jüdischer Menschen in und außerhalb Israels verhängnisvollen Politik Israels zu unterbinden, sowie das Unrecht, das anderen angetan wird, nicht angemessen zur Sprache zu bringen.

Wer sich für die berechtigten Belange auch der Palästinenser einsetzt, wer die Perspektive der arabischen Welt – möge sie einer objektiven Realität entsprechen oder nicht – zumindest in eine offene Debatte mit einbringen möchte, selbst dann, wenn er/sie diese selbst nicht vertritt – kann in der Tat bewusst oder unbewusst antisemitische Muster bedienen. Beinahe zwangsläufig begünstigt dies solche, schafft sogenannte Resonanzräume für entsprechende Stimmungsmache, und den von Antisemitismus tatsächlich Betroffenen wird es womöglich schwerfallen, die gebotene Differenzierung vorzunehmen. In der Tat gibt es Antisemiten, die diesen berechtigten Einsatz für sich instrumentalisieren. Gegen sie hat sich unser aller Kampf zu richten.

Sich für die berechtigten Belange auch der Palästinenser einzusetzen, die Perspektive der arabischen Welt – möge sie einer objektiven Realität entsprechen oder nicht – zumindest in eine offene Debatte mit einzubringen, und zwar unabhängig davon, ob man sie selbst vertritt oder nicht – ist aber nicht per se antisemitisch. Wer diese Differenzierung nicht vornimmt, läuft Gefahr, selbst bewusst oder unbewusst Unrecht zu verüben, und genau dies geschieht in erschreckendem Ausmaß! Das gilt gerade auch dort, wo ein erklärter Auftrag gegen Antisemitismus oder Rechtsextremismus vorzugehen vorliegt – und es bleibt unerträglich, dass solches Unrecht gerade von dort aus fortwährend verübt wird.

Es überrascht insofern nicht, dass sich die Stimmen immer weiter mehren, die sich dieser Entwicklung in Deutschland entgegensetzen. Die Initiative „GG 5.3 Welt­offen­heit“ von Repräsentant*innen öffentlicher Kultur- und Wissenschaftseinrichtun­gen zeigt auf, wie vor diesem Hintergrund die vom Grundgesetz (Art. 5, Abs. 3) garantierte Meinungsfreiheit in Kunst und Wissenschaft bedroht wird. Der volle Wortlaut ihres im Dezember 2020 veröffentlichten Plädoyers ist im Internet einsehbar.[1]

Sie bekennt sich unmissverständlich zum „gemeinsamen Kampf gegen Antisemitis­mus, Rassismus, Rechtsextremismus und jede Form von gewaltbereitem religiösen Fundamentalismus“. Und gerade deshalb fordert sie, dass die historische Verant­wortung Deutschlands nicht dazu führen darf, „andere historische Erfahrungen von Gewalt und Unterdrückung moralisch oder politisch pauschal zu delegitimieren.“ Sie bringt die Problematik, die doch eigentlich alle, die wirklich glaubwürdig gegen Antisemitismus ankämpfen wollen, miteinander verbinden müsste, auf den Punkt, wenn sie die missbräuchlichen Verwendungen des Antisemitismusvorwurfs anpran­gert, durch die „wichtige Stimmen beiseite gedrängt und kritische Positionen verzerrt dargestellt“ werden. Zum Arbeitskreis und den Unterzeichner*innen des Plädoyers gehören unter vielen anderen das Goethe-Institut, die Kulturstiftung des Bundes, das Einstein Forum Potsdam, das Moses Mendelssohn Zentrum für Europäisch-Jüdische Studien, das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, das Jüdische Museum Hohenems, der Deutsche Bühnenverein, das Deutsche Theater Berlin, das Staats­schauspiel Dresden, die Münchner Kammerspiele (als einzige Institution in München). Ich möchte mich für die Freunde Abrahams den zitierten Formulierungen anschließen, und schließe dabei natürlich auch die darin ebenfalls enthaltene Fest­stellung ein: „Da wir den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch für grund­legend halten, lehnen wir den Boykott Israels durch den BDS ab.“

Es überrascht sogleich leider kaum, dass auch diese Initiative umgehend als „antisemitisch“ diskreditiert wurde. So sieht der Antisemitismusbeauftragte des Landes Berlin darin einen Versuch, die Diskussion über antisemitische Positionen abzuwürgen. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum führt sie gar auf seiner Liste der zehn weltweit schlimmsten antisemitischen Vorfälle im Jahre 2020 (auf Platz sieben)![2]

Es überrascht aber erst recht nicht, dass die Stimmen gegen den Missbrauch des Antisemitismusvorwurfs besonders auch von zahlreichen jüdischen Menschen innerhalb und außerhalb Deutschlands immer lauter werden. Das Festjahr Jüdisches Leben in Deutschland, das wir 2021 aus Anlass der vor 1700 Jahren erfolgten ersten Erwähnung jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschland feiern, hat das erklärte Ziel, „jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen“ (https://2021jlid.de/). Wir sind gespannt, wie im überaus reichhaltigen Veranstaltungsprogramm auch diese Vielstimmigkeit abgebildet wird.

[1] z. B. hier:
https://www.humboldtforum.org/wp-content/uploads/2020/12/201210_PlaedoyerFuerWeltoffenheit.pdf

[2] Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Initiative_GG_5.3_Weltoffenheit#cite_note-9;
zuletzt aufgerufen: 29.1.2021)

 


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Veranstaltungshinweis: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Gerne weisen wir auf die bedeutenden Veranstaltungen zu diesem Thema hin! Unter https://2021jlid.de lesen Sie

JÜDISCHES LEBEN IN DEUTSCHLAND

IM JAHR 2021 LEBEN JÜDINNEN*JUDEN NACHWEISLICH SEIT 1700 JAHREN AUF DEM GEBIET DES HEUTIGEN DEUTSCHLANDS.

Aus diesem bedeutenden Anlass haben sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und wichtige Institutionen zusammengeschlossen, um dieses Ereignis unter der Leitung eines eigens gegründeten Vereins zu begehen.

Unter dem Namen #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland werden bundesweit rund tausend Veranstaltungen ausgerichtet. Darunter Konzerte, Ausstellungen, Musik, ein Podcast, Video-Projekte, Theater, Filme … 
Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen. 

Unter anderem gehört zur Themenvielfalt auch die Kulturhistorische Woche auf Burg Rothenfels/Mainfranken:

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
Mittwoch, 09. Juni 2021 bis Sonntag, 13. Juni 2021
Eine Reise ins eigene Land, um ein lebendiges, vielfältiges jüdisches Leben in Deutschland zu feiern. Unter anderem mit Workshops zu Jiddisch, Klezmer und Tanz sowie einem Konzertabend mit Esther Lorenz und Peter Kuhz.

Informationen und Anmeldung: www.burg-rothenfels.de/uploads/tx_bildungsprogramm/2103_KuHiWo.pdf


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Kann man je genug danken?

Danke, Sylvia Schoske!

von Stefan Jakob Wimmer

Als Dr. Sylvia Schoske 1989 die Leitung der damaligen Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst in München übernahm, war ich Ägyptologie-Student in Jerusalem. Mit ihrem Vorgänger und Ehemann Dietrich Wildung, der als Direktor des Ägyptischen Museums nach Berlin ging, war ich schon vor meinem Studium als Mitglied des Museums-Freundeskreises bekannt. Zu beiden hat sich über die Jahre eine enge Verbundenheit entwickelt – für die ich sehr dankbar bin und bleibe!

Das gilt besonders auch dafür, dass Frau Schoske auf die Freunde Abrahams sozusagen ein Auge geworfen hat. Zur Kultur- und Bildungspolitik ihres Hauses gehört es nämlich erklärter- und erwiesenermaßen, keineswegs in einem engen und strengen Blick auf die Kunst des Niltals in vergangener Zeit zu verharren, sondern immer auch zu schauen, was das nun mit anderen Kulturen und mit unserer eigenen Aktualität zu tun hat, mit den Fragen, die uns heute beschäftigen. Dieses Engage­ment und Interesse wird sie nun gewiss in den Ruhestand hineinbegleiten, den sie Ende Januar angetreten hat, und dort auch weiter beschäftigen. Ich wünsche es ihr! So wie ich mir freilich auch wünsche, dass die Freunde Abrahams einen Platz „im Herzen“ des Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst behalten.

 

Danke, Jutta Höcht-Stöhr!

von Stefan Jakob Wimmer

Seit es die Freunde Abrahams gibt – zumindest kommt es mir so vor – kooperieren wir gerne und viel mit der Evangelischen Stadtakademie. Deren Gesicht war über all die Jahre das ihrer Leiterin, Pfarrerin Jutta Höcht-Stöhr. Über die „Nymphen­burger Gespräche“, die sie ganz maßgeblich mitorganisiert und geprägt hat, gehörte sie zu einem Kreis von nicht nur Organisatoren, sondern eben auch Freundinnen und Freunden, die viel und eng und gern zusammen gearbeitet haben. Wenn sie nun im Februar in den Ruhestand geht, dann bleibt der Wunsch und die Hoffnung, dass das freundschaftliche Miteinander weitergehen wird. Danke, Jutta, viel Freude und Erfüllung für die kommenden Jahre!

 

Danke, Äbtissin Schwester Carmen Tatschmurat!

von Stefan Jakob Wimmer

Noch dem Wirken von Manfred Görg ist es zu verdanken, dass die damalige Kommunität (seit 2013 Abtei) Venio OSB zu den Freunden Abrahams gehört. Dass die Verbundenheit bestehen blieb, dafür danke ich der Äbtissin Prof. a.D. Dr. Carmen Tatschmurat, und freilich auch Sr. Lucia Wagner, der früheren Priorin, die den persönlichen Kontakt weiter pflegt. Äbtissin Sr. Carmen stammt aus Malta und leitete seit 2010 die Gemeinschaft mit Sitz in Nymphenburg, die sich aus Benediktinerinnen vor allem deutscher und tschechischer Herkunft zusammensetzt. Sie führen ein klösterliches Leben und üben zugleich im Stadtleben Berufe aus. Im Februar wird Sr. Francesca Šimuniová als neue Äbtissin ins Amt eingeführt – siehe dazu „Gute Nachrichten“.

 

Danke, Helga Rebhan!

von Stefan Jakob Wimmer

Dass die langjährige Leiterin der Orient- und Asienabteilung an der Bayerischen Staatsbibliothek Dr. Helga Rebhan im März ihren Ruhestand antritt, betrifft die Freunde Abrahams indirekt. Schon in den Jahren 1995-98 waren wir dort Kollegen. 2010 holte sie mich für ein Projekt und 2011 dann als Fachreferent für Hebraica und Alter Orient an ihre Abteilung – und hat seitdem mein Engagement für die Freunde Abrahams mit viel Wohlwollen und Sympathie unterstützt. Schließlich ergaben sich daraus auch immer wieder spannende Kooperationsthemen mit der Bayerischen Staatsbibliothek. Die persönlichen Freundschaften, das nicht nur kollegiale, sondern freundschaftliche Klima in der Abteilung und auch die Verflechtungen mit den Freunden Abrahams werden weitergehen – da bin ich unbesorgt.

 

Danke, Friedrich Bernack!

von Stefan Jakob Wimmer

Mitte des Jahres wird sich Friedrich Bernack in den Ruhestand verabschieden, langjähriger stellvertretender Direktor und Referent für theologische Erwachsenen­bildung des Bildungszentrums Kardinal-Döpfner-Haus der Erzdiözese München und Freising auf dem Freisinger Domberg. Seit kurzem heißt es „Domberg-Akademie“. Seinem Ideenreichtum und seinen vielfältigen Anregungen ist zu verdanken, dass wir als Freunde Abrahams seit vielen Jahren Kooperationsveranstaltungen zusam­men planen. Besonders gern denke ich an die gemeinsamen Wochenendseminare zum Alten Ägypten im Schloss Fürstenried und im Ägyptischen Museum zurück, und natürlich an gemeinsame Formate mit Rabbiner Jonathan Magonet, der schon mit Manfred Görg zusammen die Zuhörer*innen begeisterte. Vieles davon wird hoffentlich weitergehen – vor allem aber soll die daraus erwachsene Freundschaft weitergehen. Danke, Friedrich, und viele weitere spannende Ideen für Deinen „Ruhestand“!


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Die Gute Nachricht

von Judith Einsiedel

Am 13. Februar wurde Schwester Francesca Šimuniová OSB von Kardinal Reinhard Marx zur neuen Äbtissin der Abtei Venio geweiht. Sie folgt damit auf Schwester Carmen Tatschmurat. Die gebürtige Tschechin ist nicht nur international erfahren – ihre Biografie weist Stationen in Deutschland, Dänemark und Sibirien auf –, sondern ihr liegt auch die Ökumene sehr am Herzen. Und was uns als Freunde Abrahams besonders freuen dürfte: Schwester Francesca hat von 2003 bis 2020 in Prag das tschechische Landesbüro der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF – https://www.asf-ev.de) geleitet. ASF setzt sich bekanntermaßen gegen jede Form der Diskriminierung und speziell auch für die Verständigung zwischen Juden und Christen ein und entsendet jedes Jahr junge Freiwillige in Länder, deren jüdische Bevölkerung besonders unter der Schoah zu leiden hatte. Wir wünschen Sr. Francesca für ihre neue Aufgabe von Herzen alles Gute und Gottes Segen – und freuen uns auf Gelegenheiten zur ökumenischen wie interreligiösen Begegnung!

Wenn Sie noch einen ersten persönlichen Eindruck von Sr. Francesca bekommen möchten, können Sie  im Internet auf YouTube (www.youtube.com) die Suchbegriffe „Venio“, „Äbtissin“ und „Sr. Francesca“ eingeben und finden dort ein kleines Video zur Weihe samt Interview mit Sr. Francesca.

 


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Buchtipps

Anna Janzen
Die sühnefreie Heilslehre nach Lukas

„Nicht Folter und Kreuzestod dienen dem Heil, sondern die Gegenwart Gottes in Jesus.“ Mit diesem zentralen Satz aus dem Klappentext ihres 2018 erschienen Buches ist die Grundaussage der Forschungsergebnisse von Dr. Anna Janzen umschrieben. Freunde Abrahams kennen die Pastorin der Liberalen Mennoniten­gemeinde seit unserem Besuch 2015, ihrem Vortrag 2016 („Der Kreuzestod Jesu – Heil oder Verbrechen?“) und ihrem Beitrag „Wer sich nicht fügt, wird getötet. Das Gleichnis vom anvertrauten Geld in Lk 19,11-27“ in den Blättern Abrahams 16, 2016 (weitere sollen folgen). Die aus Kanada stammende Münchnerin mit einem Tätigkeitsbereich, der Stationen in Russland, Ukraine und Litauen umfasst, zeigt engagiert und kompetent die menschenfreundliche Soteriologie des, ihn ihren Worten, „schönsten Evangeliums“ auf. Sie lehnt sich auf gegen die Vorstellung, dass Jesus für die Sünden der Menschen hätte sterben müssen, und sie protestiert gegen jede Schuldzuweisung an das jüdische Volk.

Ihre Untersuchung ist eine akademische Arbeit in einem Wissenschaftsverlag, was sich naturgemäß auch im Preis niederschlägt. Sie ist keine leichte Lektüre für das Nachtkästchen. Sich auf sie einzulassen und damit auseinanderzusetzen, kann aber ungemein lohnend sein. (SJW)

Peter Lang Verlag, Berlin 2018, 212 Seiten, ISBN 978-3-631-75931-8, 51,50 €; auch als E-book.

 

Reiner Bernstein
Allen Anfeindungen zum Trotz

Auch nicht gerade für das Nachtkästchen geeignet ist die Lebensbilanz von Reiner Bernstein, der sich in München und darüber hinaus seit Jahrzehnten zusammen mit seiner in Israel geborenen Frau Judith für Frieden zwischen Palästinensern und Israelis einsetzt. Angesichts der enormen Fachkenntnis und -kompetenz, die sich der bald 82-Jährige ein Leben lang erworben hat, fällt die Bilanz mit dem Nebentitel „Deutschland – Israel – Palästina“ auf rund 60 Seiten unerwartet knapp, aber wenig überraschend ernüchternd aus. Ehrungen für das Ehepaar sind darin dokumentiert, so etwa die Verleihung der Auszeichnung „Aufrechter Gang“ 2017 durch die Humanistische Union. Aber auch die Woge an – aus Sicht der Betroffenen – Diffamierungen, die mit Anschuldigungen und Falschbehauptungen einhergehen, um Stimmen wie die der Bernsteins in München mundtot zu machen, wird erschreckend klar. Das kulminiert in der beunruhigenden Erkenntnis, dass auch „ein zugegebenermaßen langjähriger Kritiker der israelischen Siedlungspolitik, ein dem Staat Israel aber zweifellos in kritischer Solidarität verbundener engagierter Demokrat“ (Pressemitteilung vom 10.6.2020 von R. Ratmann, S. 47) keine echten Chancen hat, sich dagegen zu wehren. In ihrem Nachwort zieht Judith Bernstein daraus das Fazit: „Reiner und ich werden eine Veränderung dieser Haltung in Deutschland nicht mehr erleben.“ Die Verpflichtung, daran dennoch weiter zu arbeiten, wird eines Tages beider Vermächtnis sein, und die Lektüre der kleinen Schrift kann einen Beitrag dazu leisten. Sie wäre in erster Linie jenen anzuempfehlen, die ihr Urteil über Reiner Bernstein schon getroffen haben, ohne sich mit seinem Wirken ernsthaft auseinanderzusetzen. (SJW)

AphorismA Verlag, Berlin 2021, 61 Seiten, ISBN 978-3-86575-094-5, 10,00 €

 

Klaus Reichold
Warum Bayern ein orientalisches Land ist und andere weiß-blaue Wahrheiten

Schon eher für das Nachtkästchen eignet sich das erbaulich geschriebene, kleine Sammelsurium von vielen, vielen mehr oder weniger bekannten Beobachtungen des Journalisten Klaus Reichold. Dabei führt der Titel ein wenig in die Irre, denn der Frage nach dem Orient ist nur eins der 15 Themen gewidmet, die aber alle illustrieren möchten, dass Bayern seine Identität daraus schöpft, „dass es seit Jahrhunderten Menschen, Kulturtechniken und Traditionen aus aller Herren Länder höchst erfolgreich integriert und vereinnahmt.“ Wer das nach dieser Lektüre immer noch nicht glaubt, dem ist nicht zu helfen. Leider kommt der dichte Text ganz ohne Bilder aus, abgesehen von der Einbandillustration, die in Hochglanz die goldene Kuppel des Maurischen Kiosk von Linderhof vor der Bergkulisse zeigt. (SJW)

Edition Luftschiffer, München 2020, 171 Seiten, ISBN 978-3-944936-48-2, 17,00 €

 

Colum McCann
Apeirogon

Auf meinem Nachtkästchen (Brigitte Hutt) hat dieses Buch gelegen. Nicht lange, dann war es ausgelesen, denn es fesselt bis zum letzten Wort. In Assoziationsketten, fast poetisch, dabei aber in unglaublich sachlicher Distanziertheit wird die Geschichte zweier Väter erzählt, der eine Israeli, der andere Palästinenser, die ihre Töchter bei Anschlägen verloren haben – und dabei Freunde wurden. Nicht nur der Konflikt in Israel/Palästina wird damit aufgerollt, sondern die Zerrissenheit der ganzen Welt, die Grausamkeit des Menschen gegen den Menschen, die Tatsache, dass alles mit allem zusammen­hängt, wie im Ursprung des Begriffs Apeirogon angedeutet, einer geometrischen Figur mit unendlich vielen Seiten. Konflikte sind lösbar. Vielleicht. Irgendwann. Aber heilbar? Das Buch sagt: „Es wird erst vorbei sein, wenn wir reden.“ Unbedingt lesenswert. Auch zweimal. (BH)

Rowohlt 2020, 608 Seiten, ISBN 978-3-498-04533-3, 25,00 €

 

20 Jahre Blätter Abrahams!

Das Heft mit der Nummer 20 unserer Zeitschrift Blätter Abrahams – beiträge zum interreligiösen dialog ist im Januar 2021 erschienen, womit wir das Jubiläum der Vereinsgründung beginnen können zu feiern. Heft 1 erschien im Jahr 2002 mit einer Dokumentation der Auftaktveranstaltung. Von der jährlichen Erscheinungsweise wurde einmal abgewichen, als im Jahr 2010 zwei Ausgaben (Heft 9 und Heft 10) erschienen. Seitdem stimmt die Heftnummer mit dem Erscheinungsjahr überein, sodass das 20. Heft das Jahr 2020 abdeckt.

Mit der Zahl Zwanzig hat sich Dr. Georg Gafus als Herausgeber aus biblischer Perspektive befasst. Die zehn Beiträge behandeln ein breites Spektrum an Themen, von der Begegnung des Hl. Franz von Assisi mit dem Sultan in Ägypten durch den ehemaligen Großmufti von Bosnien Dr. Mustafa Cerić, über Josef und Kroisos (E. Tyrell) und natürlich Abraham (D. Maier), über die Wahrheitsfrage in den Religionen (P. Schöllhorn-Gaar), und geographisch von den Tiroler Alpen bis nach Schanghai (S. J. Wimmer). Wie immer wurde ein Beitrag von Manfred Görg (†) nachgedruckt, über ägyptische Wahrnehmungen von Zeit und Ewigkeit.

Unser kleines Jubiläum haben wir zum Anlass für eine Gesamtübersicht über 20 Hefte Blätter Abrahams genommen. Dem Heft ist ein Gesamtverzeichnis über alle bisherigen Beiträge sowie ein Autorenverzeichnis angefügt. Auf bisher fast genau 2000 Seiten sind 140 Artikel von 56 Autorinnen und Autoren erschienen. Unter ihnen sind Priester und eine Pfarrerin, ein Rabbiner und eine Rabbinerin, Imame und eine islamische Theologin, christliche Theologinnen und Theologen verschiedener Konfessionen, ein Kardinal (der spätere Papst Benedikt XVI.) und ein ehemaliger Landesbischof, ein Großmufti und ein jüdischer Gemeindepräsident, Diplomaten, Philosophen, Literaturwissenschaftler, Architekten, Archäologen und Ägyptologen, Lehrer und Menschenrechtsaktivisten. Sie leben in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Bosnien, Israel und der Türkei, Polen, Großbritannien, Frankreich, Italien, Malta, Libanon und Nigeria. Einige „Gendersternchen“ hätten wir noch unterbringen können – aber es dürfen gern noch mehr Autorinnen sein!

Mit dem neuen Heft erscheint die Zeitschrift Blätter Abrahams jetzt auch online. Alle Beiträge – auch die der zurückliegenden Ausgaben – sind open access, also kosten­frei, verfügbar auf der Website der Freunde Abrahams über  www.freunde-abrahams.de/blaetter-abrahams/.
An der gedruckten Ausgabe werden wir aber auch künftig bewusst festhalten. Die gedruckte und die digitale Ausgabe sollen künftig gleichzeitig erscheinen, wie bisher zu Anfang des Folgejahres.

Wir sind dabei aber auf Ihre Unterstützung angewiesen. Wir bitten, die Blätter Abrahams zielgerichtet durch Spenden zu unterstützen. Gerne werden Spender namentlich oder auf Wunsch anonym in der Zeitschrift genannt.

Jedes gedruckte Heft ist einzeln zum Preis von 10,- € bzw. 5,- € (für Mitglieder) oder alle zwanzig Hefte zusammen für 160,- € bzw. 80,- € (für Mitglieder), zzgl. Versand, erhältlich. Mitglieder erhalten je 1 Exemplar nach Erscheinen gratis. In der Regel bitten hierzu wir um Abholung bei den Veranstaltungen. Wenn Sie – vor dem Hintergrund der aktuellen Lage oder auch davon unabhängig – Zusendung wünschen (2,- € Versandkosten), teilen Sie uns das bitte mit!


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Texte zum Nachdenken – Worte für die Seele

Auf der letzten Seite wollen wir Ihnen Gedichte, Lieder oder kurze Texte zum Nachdenken und für die Seele mitgeben. Für Ihre Anregungen sind wir immer dankbar!

Die Zunge des Menschen

ist das Steuer des Schiffes,

aber der Allherr

ist sein Steuermann.

 

     Amenemope (ägyptische Lebenslehre, ca. 13. Jahrhundert v. Chr.)

 


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