Diskurskultur in Deutschland

Nymphenburger Gespräche - Plattform für DialoBoykott der AfD?

Nymphenburger Gespräche

Seit 2007 finden im Rahmen der NYMPHENBURGER GESPRÄCHE Veranstaltungen zum interkulturellen und interreli­giö­sen Dialog statt. Sie werden unter der Schirmherrschaft S. K. H. Herzig Franz von Bayern von Mitgliedern des Interkulturellen Dialogzentrums München (IDIZEM), der Freunde Abrahams, der Evangelischen Stadtakademie, Pax Christi und der Stelle für inter­kulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München organisiert.

Dienstag, 19. März 2019, 19.00 Uhr
Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24
Teilnahmegebühr: 10,- € (erm. 5,- €)

Auf Initiative von Beatrice von Weizsäcker und unter dem Vorsitz des renommierten Publizisten Hans Leyendecker (Süddeutsche Zeitung) fasste das Kirchentags­präsi­dium für 2019 den Beschluss, keine Repräsentanten der AfD auf Podien einzuladen. Zur Begründung heißt es: „Die AfD von heute ist nicht mehr die AfD von vor zwei oder vor fünf Jahren. Sie entwickelt sich rasend weiter nach rechts, die Radikali­sierung der Partei schreitet voran“. Pro und Contra dieser Entscheidung diskutieren:

Dr. Beatrice von Weizsäcker
Juristin, Journalistin, Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages

Dr. Liane Bednarz
Juristin und Publizistin, München, Autorin von „Die Angstprediger. Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“, 2018

Anmeldung erbeten über die Evangelische Stadtakademie, Tel. 089/5490270, info@evstadtakademie.de.

Standhafte Beweglichkeit

Hauptvortragim interreligiösen Dialog

Vortrag von Pfarrerin Carolin Simon-Winter

Donnerstag, 4. April 2019, 18.00 Uhr
Gisela-Gymnasium München, Arcisstr. 65 (Elisabethplatz)

Anmeldung unter 089/ 1588 1260 oder info@freunde-abrahams.de bis 28.3.2019.

Teilnahmegebühr: 8 € (erm. 7 €)

Die Geschichten von Abraham und seiner Familie werden in den drei monotheisti­schen Religionen unterschiedlich rezipiert, und trotzdem sind sie unbestritten ein gemeinsamer Bezugspunkt. In dieser scheinbaren Widersprüchlichkeit zeigen sich Motive einer dialogischen Grundhaltung, die Raum eröffnet, notwendige Grenzen zieht und dadurch immer wieder zum Aufbruch ermutigt.

An diesem Abend sollen durch einen Blick in die Abrahamsgeschichten der Tora, des Neues Testaments und des Koran diese dialogischen Grundhaltungen erkenn­bar werden, nicht im Sinne einer exegetischen Abhandlung, sondern in ihrer Praxis­rele­vanz für heutige Dialogmodelle in unserer Gesellschaft und vor allem auch für den Religions- und Ethikunterricht in der Schule. Insofern wird auch die Anschluss­fähigkeit zu nicht religiös begründeten Dialog-Diskursmodellen mitbedacht.

In einem zweiten Teil des Vortrags wird ein dialogisches Unterrichtsprojekt vorge­stellt: „Verschiedenheit achten – Gemeinschaft stärken“. Das Projekt wird seit mehr als 10 Jahren an einem Offenbacher Berufsschulzentrum erfolgreich durchgeführt und wurde 2014 mit dem Integrationspreis der Stadt Offenbach ausgezeichnet.

Carolin Simon-Winter ist Schulpfarrerin an der Theodor-Heuss-Schule in Offen­bach, erteilt dort Religionsunterricht und ist für die Seelsorge zuständig. Sie absol­vierte den Masterstudiengang „interreligiöser Dialog“ an der Donau-Univer­sität Krems und schloss ihn 2017 mit der Masterarbeit „Standhafte Beweglichkeit“ ab.

Mitgliederversammlung 2019

Achtung: Terminverschiebung

Aufgrund von organisatorischen bzw. räumlichen Problemen muss die 17. ordentliche Mitgliederversammlung um eine Woche verschoben werden:

Die Mitgliederversammlung findet statt am Donnerstag, den 28. März 2019 um 19 Uhr im Haus der Kulturinstitute (Kath.-v.-Bora-Str. 10). An die Mitglieder ergeht gesonderte Einladung.

Abrahams TreffIm Anschluss wird es wieder die Gelegenheit zu ABRAHAMS TREFF in einer nahe gelegenen Gaststätte geben.

„Wie ein arabischer Arzt Juden vor den Nazis rettete“

Der Muslim und die Jüdin: Vortrag und Lesung von Ronen Steinke

Eine Geschichte, die Mut macht in Zeiten des Hasses: Als jüdischer Teenager überlebte Anna Boros den Holocaust mitten in Hitlers Hauptstadt – dank eines tapferen Arabers. Er hieß Mohammed Helmy, balancierte ständig auf einem schmalen Grat zwischen Anpassung und Subversion, und er vollbrachte ein wahres Husarenstück, um die Gestapo auszutricksen. Als einziger Araber überhaupt ist er dafür in Israel von Yad Vashem geehrt worden. Ronen Steinke erzählt diese atemberaubende Geschichte – und wirft damit ein Licht auf eine fast vergessene Welt: das alte arabische Berlin der Weimarer Zeit, das gebildet, fortschrittlich und in weiten Teilen alles andere als judenfeindlich war.

Dienstag, 12. März 2018, 19 Uhr
Foyer des Jüdischen Museums München, St.-Jakobs-Platz 16, 80331 München

Eintrittspreis € 8.-/7.-; SchülerInnen und Studierende bis 30 Jahre frei, Anmeldung erbeten unter info@evstadtakademie.de oder Tel. 089 5490270 oder www.evstadtakademie.de

Veranstalter: Chaverim – Freunde des Liberalen Judentums in München, Evangelische Stadtakademie München, Freunde Abrahams – Gesellschaft für religionsgeschichtliche Forschung und interreligiösen Dialog, Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom, Münchner Forum für Islam

Das Neue Testament mit jüdischer Brille lesen

Die FREUNDE ABRAHAMS haben ein neues spirituelles Angebot konzipiert. Im Frühjahr 2019 findet in München ein biblischer Studientag statt, der im interreligiösen Gespräch den  Christen ganz neue Einsichten eröffnen kann. Herzlich dazu eingeladen sind nicht nur die Mitglieder der FREUNDE ABRAHAMS, sondern auch alle am Thema Interessierten.

Thema: DAS NEUE TESTAMENT mit jüdischer Brille lesen

Immer mehr setzt sich die Überzeugung durch, dass die Entstehung des rabbinischen Judentums und des Christentums einen Jahrhunderte langen Prozess darstellt. Dabei sind die Trennlinien oft nicht so klar, wie dies aus heutiger Perspektive erscheint. Die meisten Texte des Neuen Testaments sind auf jeden Fall im Rahmen des jüdischen Glaubenshorizonts entstanden. Sie spiegeln einerseits die Auseinandersetzung um die jüdische Erneuerungsbewegung wieder, die Jesus von Nazareth initiierte. Andererseits stellen sie Dokumente der jüdisch-messianischen Bewegung dar, die sich nach der Auferweckung Jesu rasch an die Gottesfürchtigen aus den Heidenvölkern wandte und sich unter ihnen ausbreitete. Aus der Perspektive der Kreuzigungs- und Auferstehungserfahrung wurde dann auch die Tempelzerstörung in Jerusalem im Jahre 70 unserer Zeitrechnung verarbeitet und gedeutet. So durchdringt nicht nur die Passion Jesu, sondern auch diese «zweite Gottesverlust-Erfahrung» das ganze Neue Testament.

An diesem Tag werden ausgewählte Passagen aus dem Neuen Testament als „jüdische Schriften“ gelesen, die darum ringen, wie Gott in der Geschichte seines Volkes und aller Völker gegenwärtig ist. Eine antijudaistische Lektüre des Neuen Testaments ist in dieser Perspektive nicht mehr möglich. Vielmehr eröffnet sich ein vertieftes theologisches Verständnis. Kurzvorträge, gemeinsame Lektüre und Gespräche.

Termin: Samstag, 18. Mai 2019, 10 bis ca. 17.30 Uhr
Ort: Katholische Hochschulgemeinde München, Leopoldstr. 11 (U3/6 Giselastraße)
Referent: P. Dr. Christian Rutishauser SJ
Teilnehmerzahl: max. 30 Personen
Teilnahmegebühr: 25 EUR (ohne Mittagessen)

Eine Kooperation mit dem Münchner Bildungswerk e. V.

Anmeldung beim Münchner Bildungswerk, telefonisch unter 089/54 58 05-0, per E-Mail an mbw@muenchner-bildungswerk.de oder direkt auf der Website unter
https://www.münchner-bildungswerk.de/de/veranstaltungsprogramm/do/detail.html?id=112468