Das Neue Testament mit jüdischer Brille lesen

VORANKÜNDIGUNG

Die FREUNDE ABRAHAMS haben ein neues spirituelles Angebot konzipiert. Im Frühjahr 2019 findet in München ein biblischer Studientag statt, der im interreligiösen Gespräch den  Christen ganz neue Einsichten eröffnen kann. Herzlich dazu eingeladen sind nicht nur die Mitglieder der FREUNDE ABRAHAMS, sondern auch alle am Thema Interessierten.

Thema: DAS NEUE TESTAMENT mit jüdischer Brille lesen

Immer mehr setzt sich die Überzeugung durch, dass die Entstehung des rabbinischen Judentums und des Christentums einen Jahrhunderte langen Prozess darstellt. Dabei sind die Trennlinien oft nicht so klar, wie dies aus heutiger Perspektive erscheint. Die meisten Texte des Neuen Testaments sind auf jeden Fall im Rahmen des jüdischen Glaubenshorizonts entstanden. Sie spiegeln einerseits die Auseinandersetzung um die jüdische Erneuerungsbewegung wieder, die Jesus von Nazareth initiierte. Andererseits stellen sie Dokumente der jüdisch-messianischen Bewegung dar, die sich nach der Auferweckung Jesu rasch an die Gottesfürchtigen aus den Heidenvölkern wandte und sich unter ihnen ausbreitete. Aus der Perspektive der Kreuzigungs- und Auferstehungserfahrung wurde dann auch die Tempelzerstörung in Jerusalem im Jahre 70 unserer Zeitrechnung verarbeitet und gedeutet. So durchdringt nicht nur die Passion Jesu, sondern auch diese «zweite Gottesverlust-Erfahrung» das ganze Neue Testament.

An diesem Tag werden ausgewählte Passagen aus dem Neuen Testament als „jüdische Schriften“ gelesen, die darum ringen, wie Gott in der Geschichte seines Volkes und aller Völker gegenwärtig ist. Eine antijudaistische Lektüre des Neuen Testaments ist in dieser Perspektive nicht mehr möglich. Vielmehr eröffnet sich ein vertieftes theologisches Verständnis. Kurzvorträge, gemeinsame Lektüre und Gespräche.

Termin: 18. Mai 2019, ca. 10 bis 17.30 Uhr
Ort: wird noch bekanntgegeben
Referent: P. Dr. Christian Rutishauser SJ
Teilnehmerzahl: max. 30 Personen

In Kooperation mit dem Münchner Bildungswerk; Anmeldungsformalitäten und Kosten werden rechtzeitig bekanntgegeben

Manfred-Görg-Preis 2018

Die Gesellschaft Freunde Abrahams verleiht 2018 den Manfred-Görg-Preis für religionsgeschichtliche Forschung und interreligiösen Dialog unter dem Motto: „Religion verpflichtet zur Offenheit!“.

Der Seniorpreis 2018 geht an

Rabbiner Steven Langnas
für seine Initiative „Münchner Lehrhaus der Religionen“.

Steven Langnas ist Rabbiner an der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, amtierte von 1998 bis 2011 als deren Gemeinderabbiner, und ist Dozent an der LMU. Mit dem von ihm initiierten „Münchner Lehrhaus der Religionen“ öffnet er neue Wege des Austauschs und des Miteinanders für Juden, Christen und Muslime in unserer Stadt.

Der Juniorpreis 2018 geht an

Benedikt C. Breil
für seine Seminararbeit „Symbolische Handlungen im christlich-islamischen Dialog“.

Benedikt Breil hat als Schüler am Gisela-Gymnasium im W-Seminar „Islamische Philosophie“, betreut von OStRin Eva Straub-Kölcze, in überzeugender Weise Inhalte und Anliegen der Freunde Abrahams bearbeitet und ein Zeichen für einen lebendigen interreligiösen Dialog an seiner Schule vorgelegt.

Ein „Sonderpreis“ geht 2018 an

Gönül Yerli

für ihre Masterthesis „Der Islam als Partner in der interreligiösen Praxis und sein Beitrag zum Gemeinwesen am Beispiel des Zusammenlebens in Penzberg“ und ihr langjähriges Engagement für den interreligiösen Dialog.

Die Preisverleihung findet statt am Sonntag 16. September 2018 um 17 Uhr im Karmelitersaal.

Mit dem Manfred-Görg-Preis werden alle drei Jahre Abschlussarbeiten, B.A.- oder M.A.-Arbeiten, Zulassungsarbeiten u. dgl. sowie Promotionsarbeiten prämiiert. Sie müssen bis zum Ende des Wintersemesters vor der jeweiligen Preisverleihung abgeschlossen und vor Beginn des Sommersemesters bewertet sein und sollen nicht älter als 2 Jahre sein.
Kandidat/innen können sich selbständig bewerben oder von einer Institution vorgeschlagen werden. Eine Empfehlung oder gutachterliche Stellungnahme durch eine Institution bzw. eine/n Hochschullehrer/in ist in jedem Fall hilfreich. Der „Junior-Preis“ ist mit 1.000 Euro dotiert.

Weiteres unter Manfred-Görg-Preis!

Reise 2019

ReiseWo der Orient am schönsten ist: L I B A N O N

Begegnungs- und Studienreise

24.4. – 2.5.2019

Das kleine Land an der Levanteküste ragt nicht nur landschaftlich heraus: hinter den Stränden steigen Berge mit biblischen Zedernwäldern über 3000 Meter hoch auf. Dazwischen weite und enge Täler, in denen sich die Vielfalt der Kulturen des Orients auf engstem Raum verdichtet.

Unser langjähriges Mitglied und Ehemann von Yvonne Baur-Saleh (2. Vorsitzende der Freunde Abrahams) Mohamad Saleh stammt aus dem Libanon und wird uns bei dieser Begegnungs- und Studienreise das bunte Gewebe aus Maroniten, Schiiten, Sunniten, Drusen, Armeniern und manch anderen, die zusammen die Identität des ebenso außergewöhn­lichen wie wunderschönen Landes ausmachen, authentisch und persön­lich nahebringen. Ein Schwerpunkt der Reise liegt auf Gesprächen und Begegnungen mit VertreterInnen der Zivilgesellschaft und der Politik. Prof. Wimmer wird das Vermächtnis von Phöniziern und Kanaanäern anhand der Quellen des Alten Orients und der Bibel vermitteln. Wir besuchen Städte mit klingenden Namen wie Beirut und Tripoli, Sidon und Tyrus, Byblos und Baalbek.

Wegen des langen Bürgerkriegs im Libanon (1975-1990) wird in unserem kollektiven Bewusstsein das Land bis heute mit Zerrüttung und Gewalt assoziiert. Längst zu Unrecht – denn der Krieg ist seit bald 30 Jahren überwunden. Die grauenhaften Ver­hält­nisse in Syrien wirken sich – von der Aufnahme sehr großer Zahlen von Flücht­lingen abgesehen – im Libanon nicht aus. Die Besucherzahlen nehmen nun auch wieder deutlich zu.

Als Reisetermin ist Mittwoch 24. April bis Donnerstag 2. Mai (Abflug 1.5. nachts, Ankunft 2.5. frühmorgens) 2019 geplant (schönste Reisezeit!). Für den Herbst 2018 wird deshalb keine Reise der Freunde Abrahams angeboten.

Bitte melden Sie Ihr Interesse möglichst rasch (unverbindlich) an – viele haben das bereits getan. Sie erhalten dann die Ausschreibung mit Reisepreis und ‑programm zugesandt, können sie aber auch gern hier downloaden: Libanon 2019.
Bitte merken Sie sich vor:

Libanon

Informations- und Vorbereitungsabend zur Reise

mit Mohamad Saleh und Stefan Jakob Wimmer

Dienstag, 18. September 2018, 19.00 Uhr
Restaurant „Cardamom“, Gabelsbergerstr. 50

Ein Abend über den Libanon und mit libanesischer Küche – der besten des Orients! – für Interessierte an der Reise, am Land an sich, oder eben an der Küche …

 

Abrahamisches Friedensgebet 2018

zum 80. Geburtstag von Manfred Görg

Sonntag, 16. September 2018, 14 Uhr, Heiliggeistkirche München

Wir setzen die vor zwei Jahren begonnene Tradition eines Abrahamischen Friedensge­bets auch in diesem Jahr fort. Im terminlichen Umfeld des Todestages von Manfred Görg († 17.9.2012) setzen sich dabei VertreterInnen von Judentum, Christen­tum und Islam mit Texten und Inhalten aus ihrer jeweiligen Religion ausein­ander, mündend in Gebete. Dieses Jahr würdigen wir damit zugleich den 80. Geburtstag von Manfred Görg (* 8.9.1938).

Im Anschluss an diese spirituelle Feier laden wir zur Verleihung des Manfred-Görg-Preises 2018 ein, und zwar um 17 Uhr in den Karmelitersaal. Bitte halten Sie sich den Tag frei!

Details in der Abrahams Post Herbst/Winter 2018/19.

Stadtjuden und tanzende Derwische

TagesfahrtTagesausflug nach Fürth und Nürnberg
Samstag, 21. Juli 2018, 8.00 bis ca. 19.00 Uhr

Wer etwas über Juden in Bayern wissen will, kommt an Fürth nicht vorbei. Diese Stadt nahe Nürnberg war vom 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert das bedeutendste jüdische Zentrum Süddeutschlands. Aufgrund ihrer zahlreichen Synagogen, Talmud­schulen, wohltätigen Stiftungen und Buchdruckereien war die Fürther jüdische Gemeinde in aller Welt bekannt.

Doch wie kam es gerade im Marktflecken Fürth zu dieser außerordentlichen Blüte jüdischen Lebens? Diese und weitere Fragen werden bei einer Führung im Fürther jüdischen Museum, das gerade einen neuen Erweiterungsbau erhielt, geklärt. Nachdem wir 2005 in Schnaittach das bayerische Landjudentum kennenlernten, ist in diesem Jahr als Pendant das städtische Judentum unser Ziel.

Nach einer Stärkung fahren wir weiter zu einer ganz anderen religiösen Erfahrung. In Nürnberg besuchen wir den Mevlevi-Orden, eine Sufi-Gemeinschaft, die in der Tradition des großen islamischen Gelehrten, Dichters und Mystikers Mevlana Dschalaleddin Rumi steht. Süleyman Wolf Bahn, vom Mutterhaus in Konya autorisierter Lehrbeauftragter für den deutschen Zweig des Ordens, gibt uns mit seinen Schülern einen Einblick in den Ausbildungsweg eines Derwischs. Hierzu gehören die islamischen Pflichtgebete, das Repetieren der Namen Gottes und anderer Lobpreisungen aus dem Koran (Dhikr), Lehrgespräche über die Schriften Rumis und das Erlernen des Drehrituals (Sema). Die von Musik begleitete Rotation erfolgt in Richtung des Herzens und versinnbildlicht die Liebe für die Schöpfung und die Hingabe an Gott. – Wir haben die Möglichkeit, mit den Mitgliedern der Gruppe ins Gespräch zu kommen.

Abfahrt: 8.00 Uhr (s. t.) am Prof.-Huber-Platz (vis-à-vis LMU-Hauptgebäude)

Teilnahmekosten: 35,- €

Anmeldung erforderlich, max. 35 TeilnehmerInnen.

Anmeldung durch Überweisung von 35 € auf Konto IBAN DE79 7019 0000 0000 3165 98 (bei Überbuchung erfolgt Absage und Rückerstattung).

Für evtl. kurzfristige Kontaktaufnahme vor dem oder am Abreisetag erreichen Sie uns unter Tel. 1588 1260 oder 0177/2098325 (Prof. Wimmer).

Der Freistaat und die Religion(en)

HauptvortragBayern – christlich, säkular oder multi-religiös?

Vortrag von Dr. Johannes Friedrich, Landesbischof i. R.

Montag 29.10.2018, 19 Uhr
Karmelitersaal, Ehem. Karmelitenkirche, Karmeliterstr. 1/Promenadeplatz
Teilnahmegebühr: 8,- € (erm. 7,- €)

2018 werden in Bayern zwei große Jubiläen gewürdigt: Am 26. Mai 2018 jährt sich der Erlass der ersten bayerischen Verfassung zum 200. Mal. Am 8. November 2018 feiert der Freistaat Bayern seinen 100. Geburtstag. Heute garantiert die bayerische Verfassung, wie das deutsche Grundgesetz, Religions­freiheit.

Welche Rolle hat Religion – und haben die verschiedenen Religionen – heute in Bay­ern, und warum bleiben sie wichtig für den säkularen Staat? Welches Verhältnis pflegen die Religionen untereinander? Ist der interreligiöse Dialog in Bayern Realität oder Utopie?

Dr. Johannes Friedrich war Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern von 1999 bis 2011. Er ist, zusammen mit seiner Frau Dorothea, Mitglied im Kuratorium der Freunde Abrahams.

Eine Veranstaltung der Freunde Abrahams in Kooperation mit der Evan­gelischen Stadtakademie, dem Fachbereich Dialog der Religionen des Erzbischöflichen Ordinariats und dem Münchner Forum für Islam.