Leben am Toten Meer

 – und Leben in Chemnitz

TagesfahrtBusausflug am 21./22. März 2020

Chemnitz (vorübergehend Karl-Marx-Stadt) in Sachsen verfügt über ein ausgezeich­netes, modernes Museum für Archäologie. Dort wird derzeit eine große Sonder­ausstellung über das Tote Meer präsentiert – die an sich schon Grund genug wäre, der Stadt einen Besuch abzustatten.

Am jordanischen Ufer des Toten Meeres hat Stefan Wimmer (damals noch Student in Jerusalem) vor 30 Jahren an der Ausgrabung einer Badeanlage des Königs Herodes mitgewirkt. Die damalige Grabung wird in der Ausstellung unter vielem anderen thematisiert. (Siehe dazu den Vortrag „König Herodes am Toten Meer“, oben Seite 6, der zugleich zur Vorbereitung dienen kann.) Neben der Archäologie werden auch die Geologie, der Naturraum, die Religionsgeschichte und die Lebens­bedingungen in dieser extrem außergewöhnlichen Region der Erde behandelt.

Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz wurde 2014 im 1930 erbauten ehemaligen Kaufhaus der jüdischen Familie Schocken eingerichtet. Die Familie brachte Zeitungsverleger hervor, deren Namen bis heute u. a. mit der israelischen Tageszeitung Haaretz verbunden sind.

Hinzu kommen freilich Zusammenhänge, die jüngst mit Chemnitz verknüpft werden – rechtsradikale Vorkommnisse, die das Image der Stadt aktuell in Beschlag genom­men haben. Auch darüber wollen wir uns vor Ort informieren, wie auch über die komplexe modernere Geschichte der Stadt.

Für die Busfahrt haben wir als Mittagspause eine thematisch passende Station vorgesehen und werden im Dorf Mödlareuth an der ehemaligen „Zonengrenze“ an die deutsche Teilung erinnert.

Programmentwurf: Samstag, 21.3.2020 Abfahrt 8 Uhr (s.t.!), Fahrt über Mödla­reuth nach Chemnitz. Nach der Ankunft thematischer Stadtrundgang im Zentrum. Abendessen im jüdischen Restaurant „Schalom“. Übernachtung im zentral gelegenen Hotel Biendo (nahe archäologischem Museum und Karl-Marx-Monu­ment). Sonntag, 23.3.2020 geführter Besuch der Ausstellung „Leben am Toten Meer“ im SMAC; Gespräche; Rückfahrt, Ankunft München ca. 19 Uhr)

Kosten: 190,- € im Doppelzimmer, Einzelzimmerzuschlag 25,- €.
Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 13 Personen, maximal 23.

Im Reisepreis enthalten sind Busfahrt, Übernachtung mit Frühstück sowie Eintritte und Führungen. (Mittag- und Abendessen nicht inklusive.)

Wir bitten um baldige Anmeldung, damit wir planen können, wie üblich unter 089 / 15 88 12 60 (AB) oder info@freunde-abrahams.de. Anmeldeschluss ist 31.12.2019, Bezahlung des Reisepreises bis 31.1.2020.

Abrahams Friedensgebet und Abrahams Fest

Es ergeht eine herzliche Einladung an alle Freundinnen und Freunde Abrahams, ob Mitglieder oder nicht, auch im Jahr 2019 mit uns zusammen zu beten und zu feiern:

Abrahamisches Friedensgebet 2019

Sonntag, 15. September 2019, 17.00 Uhr
Karmelitersaal (ehem. Karmelitenkirche, Promenadeplatz), Karmeliterstr. 1, München

Auch in diesem Jahr möchten wir, im Gedenken an unseren Gründer Manfred Görg und seine Intentionen (siehe auch Editorial), zu einem Gebet für den Frieden zusammenkommen, gestaltet von Vertretern der drei abrahamischen Religionen. Frieden kann nicht gelingen, wenn die Welt und die Menschen nicht ganzheitlich betrachtet werden, und aus diesem Gedanken resultiert das Thema 2019:

„Gott weiblich?“

Impulse werden beigetragen von:

Michaela Rychla für das Judentum
Dr. Hildegard Gosebrink für das Christentum
Imam Ahmad Popal für den Islam

Dazwischen Zeit zum Nachdenken mit musikalischen Beiträgen von Klaus Kämper.

Gleich im Anschluss dann:

Abrahams Fest

Sonntag, 15. September 2019, 18.30 Uhr
Karmelitersaal (ehem. Karmelitenkirche, Promenadeplatz), Karmeliterstr. 1, München

Es wird das gute Essen von Mama’s Küche geben, interreligiöse Musik mit Klaus Kämper und Impressionen von der Libanonreise der Freunde Abrahams. Und natürlich Begegnungen und Gespräche …

Zur guten Planung der Verpflegung bitten wir um Anmeldung zum Fest bis 7.9.2019 unter 089 / 15 88 12 60 (AB) oder info@freunde-abrahams.de!

 

Auf den Spuren der islamischen Gelehrsamkeit:

ReiheŠams ad-Dīn Muḥammad Ḥāfeẓ Šīrāzī

Halbtagsseminar mit Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi

Samstag, den 28. September 2019, 9.00 bis 14.00 Uhr
Münchner Forum für Islam, Hotterstr. 16

Kooperationspartner: Münchner Forum für Islam

Teilnehmerzahl: max. 25, Seminargebühr: 30 € (erm. 25 €), inkl. Mittagsimbiss

Šams ad-Dīn Muḥammad Ḥāfeẓ Šīrāzī (gest. 1390), bekannt als Hafis, zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der poetisch-spirituellen Tradition des Islams. Sein poetisches Werk, das erst posthum veröffentlicht wurde, zählt sowohl in seiner Form­ästhetik als auch in seiner inhaltlichen Tiefe zu einem Meisterwerk der Literatur und Spiritualität in der persischen Sprache. Sein Werk hat grenzüberschreitend Anerken­nung gefunden. So ist der Gedichtzyklus West-östlicher Divan von Goethe inspiriert von Hafis.

Die Veranstaltung hat das Ziel, der Person Hafis, dem Werk und den Grundlinien seines spirituellen Denkweges nachzuspüren. Vor allem wird im Workshop die Gott-Mensch-Beziehung und die Bedeutung der Liebe, Sehnsucht und Religion bei Hafis mit zentralen Texten vorgestellt, analysiert und diskutiert. Insbesondere soll seine Bildsprache näher betrachtet werden.

Konzipiert ist die Veranstaltung in zwei Phasen: In der ersten Phase wird in das Leben und Werk von Hafis eingeführt und in einem intensiven Austausch mit den Teilneh­mern diskutiert. In der zweiten Phase soll Hafis selbst zur Sprache kommen, indem einige ausgewählte Texte gelesen, analysiert und deren Bedeutung für die Gegen­wart herausgestellt werden. Zudem wird auch der Goethe-Hafis-Dialog genauer beleuchtet. (Die Texte werden zeitnah zur Verfügung gestellt.)

Anmeldung erforderlich unter seminar@freunde-abrahams.de.

Wer ist der wahre Verräter?

Der Judas-Roman des israelischen Schriftstellers Amos Oz
vorgestellt von Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel
Donnerstag, 12. September 2019, 19.30 Uhr
Jüdisches Museum, St. Jakobs-Platz 16 in München

Teilnahmegebühr: 8 € (erm. 7 €)

2015 legte Amos Oz sein letztes großes Prosawerk unter dem Titel „Judas“ vor. Der Roman stellt das Judas-Jesus-Drama in den Kontext einer fatalen christlichen Wirkungsgeschichte der Identifikation des „Verräters“ Judas mit dem jüdischen Volk, aber auch in den Kontext der frühen innerisraelischen Debatte um die Gründung des Staates Israel und die Ideale des Zionismus. Er zeigt: Das Drama um „Judas und Jesus“ ist noch nicht zu Ende gespielt in unserer Zeit. Es gibt Anlass zu kontroversen Deutungen.

Eine Veranstaltung der Evangelischen Stadtakademie in München in Kooperation mit Freunde Abrahams e. V., Jüdisches Museum München, Liberale Jüdische Gemeinde München Beth Shalom. Anmeldung unter info@evstadtakademie.de oder Tel. 089/5490270.

Reise: Durchs friedliche Kurdistan

ReiseDie Autonome Region Kurdistan im Nord-Irak

3.-10. Oktober 2020

Mit der nächsten Reise kehren wir zum gewohnten Zeitrahmen Anfang Oktober zurück – und nähern uns der Urheimat Abrahams! Während der größere Teil des Irak bis heute noch nicht wieder problemlos für Touristen zugänglich ist, herrschen in der Kurdischen Autonomie­region im Nordosten des Landes schon seit Jahren friedliche, stabile und wirt­schaftlich wie kulturell ermutigende Verhältnisse. Selbst das Wüten von „Da’esh“ (dem so genannten „I.S.“) konnte von der Region fernge­hal­ten werden; Kurdistan hat dafür aus den benachbarten Regionen zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen.

Die Agentur Al-Sharq (Berlin) mit jahrelanger Erfahrung in der Durchführung von Gruppenreisen nach Irakisch Kurdistan organisiert für uns das Reiseprogramm. Höhe­punkte werden sein: die historisch eindrucksvolle Hauptstadt Erbil, die pulsierende Metropole Sulaimaniyeh, das Hauptheiligtum der Jesiden in Lalesh, orientalisch-christliche Kirchen, jüdisches Erbe, archäologische Stätten (Reich von Mitanni), der Tigrisstaudamm sowie zahlreiche Begegnungen und Gespräche zur aktuellen Entwicklung Kurdistans, zur Situation der Frauen, der Minderheiten, und zur humanitären Situation der jesidischen und anderer Flüchtlinge.

Über die Reisen von Al-Sharq wurde unter anderem in der Süddeutschen Zeitung berichtet. Und besonders verweisen möchten wir auf den Bericht unseres verstor­benen Kuratoriumsmitglieds Rupert Neudeck: „Der einzige Staat mit Ko­existenz für alle Religionen ist noch keiner. Impressionen und Erfahrungen aus dem nord­irakischen Kurdistan“, in der ABRAHAMS POST Frühjahr/Sommer 2015.

Melden Sie Ihr Interesse (falls nicht schon geschehen) bitte frühzeitig unverbindlich an, wie üblich unter 089 / 15 88 12 60 (AB) oder info@freunde-abrahams.de! Sie erhalten dann die vollständige Reiseausschreibung, sobald sie vorliegt.

Vom Archiv zur Arche – Geschichte als Zeugnis

HauptvortragBuchvorstellung
mit Rabbinerin Prof. Dr. Dr. h.c. Eveline Goodman-Thau (Jerusalem):

Im 21. Jahrhundert trägt Europa den Zeitbruch von der versuchten Auslöschung des Judentums in sich – ein Bruch, der nicht zu heilen ist. Die Identität einer Gesellschaft wird jedoch nicht bestimmt durch das Geschehen selbst, sondern durch die Art und Weise, wie Geschichte erinnert wird. Im Unterschied zum Archiv sind wir in der Arche als Zeugenschaft immer selbst präsent. Die Besinnung auf die Zerstörung der geistigen und lebendigen Traditionen des Europäischen Judentums führt uns vom Archiv zur Arche – wo in der Gestaltung der Geschichte als Zeugnis Historie und Gedächtnis aufgehoben sind.

Sonntag, 10.11.2019,  19.00 Uhr
Zentrum der Jesuiten St. Michael, Maxburgstr. 1, 80333 München

Eintritt: 8 €, ermäßigt 7 €

Anmeldung:   Telefonisch (AB) unter  089/15881260 oder per E-Mai an info@freunde-abrahams.de

Veranstalter: Freunde Abrahams e. V., liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom, Erzbischöfliches Ordinariat – Dialog der Religionen, Evangelische Stadtakademie München