Stadtjuden und tanzende Derwische

TagesfahrtTagesausflug nach Fürth und Nürnberg
Samstag, 21. Juli 2018, 8.00 bis ca. 19.00 Uhr

Wer etwas über Juden in Bayern wissen will, kommt an Fürth nicht vorbei. Diese Stadt nahe Nürnberg war vom 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert das bedeutendste jüdische Zentrum Süddeutschlands. Aufgrund ihrer zahlreichen Synagogen, Talmud­schulen, wohltätigen Stiftungen und Buchdruckereien war die Fürther jüdische Gemeinde in aller Welt bekannt.

Doch wie kam es gerade im Marktflecken Fürth zu dieser außerordentlichen Blüte jüdischen Lebens? Diese und weitere Fragen werden bei einer Führung im Fürther jüdischen Museum, das gerade einen neuen Erweiterungsbau erhielt, geklärt. Nachdem wir 2005 in Schnaittach das bayerische Landjudentum kennenlernten, ist in diesem Jahr als Pendant das städtische Judentum unser Ziel.

Nach einer Stärkung fahren wir weiter zu einer ganz anderen religiösen Erfahrung. In Nürnberg besuchen wir den Mevlevi-Orden, eine Sufi-Gemeinschaft, die in der Tradition des großen islamischen Gelehrten, Dichters und Mystikers Mevlana Dschalaleddin Rumi steht. Süleyman Wolf Bahn, vom Mutterhaus in Konya autorisierter Lehrbeauftragter für den deutschen Zweig des Ordens, gibt uns mit seinen Schülern einen Einblick in den Ausbildungsweg eines Derwischs. Hierzu gehören die islamischen Pflichtgebete, das Repetieren der Namen Gottes und anderer Lobpreisungen aus dem Koran (Dhikr), Lehrgespräche über die Schriften Rumis und das Erlernen des Drehrituals (Sema). Die von Musik begleitete Rotation erfolgt in Richtung des Herzens und versinnbildlicht die Liebe für die Schöpfung und die Hingabe an Gott. – Wir haben die Möglichkeit, mit den Mitgliedern der Gruppe ins Gespräch zu kommen.

Abfahrt: 8.00 Uhr (s. t.) am Prof.-Huber-Platz (vis-à-vis LMU-Hauptgebäude)

Teilnahmekosten: 35,- €

Anmeldung erforderlich, max. 35 TeilnehmerInnen.

Anmeldung durch Überweisung von 35 € auf Konto IBAN DE79 7019 0000 0000 3165 98 (bei Überbuchung erfolgt Absage und Rückerstattung).

Für evtl. kurzfristige Kontaktaufnahme vor dem oder am Abreisetag erreichen Sie uns unter Tel. 1588 1260 oder 0177/2098325 (Prof. Wimmer).

Reihe: Auf den Spuren der islamischen Gelehrsamkeit

ReiheMuhammad Iqbal

Halbtagsseminar mit Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi
Samstag, 7. Juli 2018, 9.00 bis 14.00 Uhr
Münchner Forum für Islam, Hotterstr. 16
Teilnehmerzahl: max. 25, Seminargebühr: 27,- € (erm. 22,- €), inkl. Mittagessen

Muhammad Iqbal (1877-1938) gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten des islamischen Denkens des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist vielfältig, interkulturell und interreligiös angelegt, poetisch, philosophisch, theologisch, politisch und vor allem mystisch. Es offenbart die geistige Tätigkeit eines muslimischen Denkers, eines „prophetischen Poeten“, wie Annemarie Schimmel ihn zu nennen pflegte, die unübertrefflich originell ist. Originell sind seine Gedanken, originell die Bezüge, die er mit seinem dynamischen Denken erschließt, und originell sein Lebensweg. Iqbal ist der erste und bis in die Gegenwart der einzige, der eine Antwort auf Goethes West-Östlichen Divan verfasst hat, und er ist der Einzige, der eine muslimische Antwort auf Dantes La Divina Commedia geschrieben hat. Er ist aber auch ein Denker, der sich nicht leicht fassen und in Kategorien eingrenzen lässt. Iqbal schreibt in drei Sprachen, in Urdu, Farsi und Englisch. Nach seinem Studium in Cambridge studierte er ebenfalls in Heidelberg und promovierte schließlich in München über die Genese der Metaphysik in Persien. Wie kein anderer Denker schafft er es, eine anspruchsvolle, aber auch interdisziplinäre Verortung der Religion des Islams vorzunehmen, die gerade in unserer Gegenwart nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Die Veranstaltung hat das Ziel, der Person, dem Werk und den Grundzügen seines Denkweges nachzuspüren. Vor allem wird M. Iqbals Verständnis der Religion des Islams, die Bedeutung des menschlichen Selbst und der Sinn des menschlichen Lebens als eine Reise zu Gott mit zentralen Texten vorgestellt, analysiert und diskutiert.

Konzipiert ist die Veranstaltung in zwei Phasen: In der ersten Phase wird in das Leben und Werk von M. Iqbal eingeführt und in einem intensiven Austausch mit den Teilnehmern diskutiert. In der zweiten Phase soll M. Iqbal selbst zur Sprache kommen, indem einige ausgewählte Texte von ihm gelesen, analysiert, Grundmotiven seines Denkens nachgespürt und deren Bedeutung für die Gegenwart herausgestellt werden (Die Texte werden zeitnah zur Verfügung gestellt).

Zur Einführung:

A. Schimmel: Muhammad Iqbal. Prophetischer Poet und Philosoph. München 1989.
M. Iqbal: Die Wiederbelebung des religiösen Denkens im Islam. Aus dem Englischen übersetzt von A. Monte und T. Stemmer. Berlin 2003.
W. Koehler (Hg.): Muhammad Iqbal und die drei Reiche des Geistes (Muhammad Iqbal and the Three Realms of the Spirit). Bd. 3 der Schriftenreihe des Deutsch-Pakistanischen Forums. Hamburg 1977.

Anmeldung erforderlich unter seminar@freunde-abrahams.de.

Christlich-islamischer Dialog

Gestern, heute und morgen

Vortrag von Prof. Dr. Stephan Leimgruber

Dienstag, 26. Juni 2018, 19.30 Uhr
Hauptgebäude der LMU, Geschwister-Scholl-Platz 1, Hörsaal E 006
Eintritt frei (Spenden willkommen)

Stephan Leimgruber war von 1998 bis 2014 Professor für Religions­pädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts an der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU und hat sich dabei insbesondere für den Dialog mit dem Islam engagiert. 2015 wurde er dafür mit dem ersten Manfred-Görg-Preis ausgezeichnet. Vier Jahre nach seiner Emeritierung kehrt Prof. Leimgruber nach München zurück, um seine Sicht auf den Dialog zu resümieren.

Eine Veranstaltung der Freunde Abrahams in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts der LMU, Prof. Dr. Helena Stockinger (Lehrstuhlvertretung).

Der Freistaat und die Religion(en)

HauptvortragBayern – christlich, säkular oder multi-religiös?

Vortrag von Dr. Johannes Friedrich, Landesbischof i. R.

— wegen Terminkollision verschoben auf Montag, 29. Oktober 2018, 19 Uhr! —

Karmelitersaal, Ehem. Karmelitenkirche, Karmeliterstr. 1/Promenadeplatz
Teilnahmegebühr: 8,- € (erm. 7,- €)

2018 werden in Bayern zwei große Jubiläen gewürdigt: Am 26. Mai 2018 jährt sich der Erlass der ersten bayerischen Verfassung zum 200. Mal. Am 8. November 2018 feiert der Freistaat Bayern seinen 100. Geburtstag. Heute garantiert die bayerische Verfassung, wie das deutsche Grundgesetz, Religions­freiheit.

Welche Rolle hat Religion – und haben die verschiedenen Religionen – heute in Bay­ern, und warum bleiben sie wichtig für den säkularen Staat? Welches Verhältnis pflegen die Religionen untereinander? Ist der interreligiöse Dialog in Bayern Realität oder Utopie?

Dr. Johannes Friedrich war Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern von 1999 bis 2011. Er ist, zusammen mit seiner Frau Dorothea, Mitglied im Kuratorium der Freunde Abrahams.

Eine Veranstaltung der Freunde Abrahams in Kooperation mit der Evan­gelischen Stadtakademie, dem Fachbereich Dialog der Religionen des Erzbischöflichen Ordinariats und dem Münchner Forum für Islam.

Post von Elias Levita

Ein fränkisch-jüdisches Gelehrtenleben im Europa der Renaissance anhand neu entdeckter Briefe in der Bayerischen Staatsbibliothek

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Dienstag, 15. Mai 2018, 18.30 Uhr
Bayerische Staatsbibliothek, Gärtnersaal (1. OG), Ludwigstr. 16
Eintritt frei

Aus Neustadt an der Aisch stammt einer der berühmtesten jüdischen Humanisten, der den Großteil seines Lebens in Italien wirkte: Elijahu ha-Levi Aschkenasi (ca. 1470–1549), latinisiert Elias Levita, lebte in Rom im Haus­halt des Kardinals Viterbo, wirkte in Venedig, einem Zentrum des hebräischen Buchdrucks, gründete in Isny im Allgäu mit dem Reformator Paul Fagius zusammen die erste hebräische Druckerei Deutschlands. Zwei Briefe aus seiner Hand sind jüngst in den Beständen der Bayerischen Staats­bibliothek identifiziert worden und geben Anlass, das Leben des Elias Levita und seine Zeit neu zu beleuchten.

Anmeldung erbeten bei der Bayerischen Staatsbibliothek unter: veranstaltungen@bsb-muenchen.de oder Tel. 089/28638-2115.

Ethik der globalen Teilhabe

Grundsätze für Klimaschutz und Armutsbekämpfung bei Papst Franziskus
und Amartya Sen

Vortrag von Stefan Einsiedel

Montag, 4. Juni 2018, 19.30 Uhr
im Pfarrheim St. Margaret, Margaretenplatz 5 c (U6 Harras)
Eintritt frei (Spenden willkommen)

Kann Klimaschutz gelingen, wenn Millionen von Armen in die Mittelschicht aufsteigen und dadurch Konsum und Energieverbrauch ansteigen? Sind Demokra­tien in der Lage, die Herausforderungen von Klimawandel und Armutsbekämpfung zu meistern oder stört zu viel Mitsprache bisweilen?

Aktuell ist es nicht immer klar, ob und wie Demokratien, freie Märkte und offene Gesellschaften am besten zu nachhaltigem Wachstum beitragen.

Stefan Einsiedel, Biologe und Volkswirt, Mitarbeiter am „Zentrum für Globale Fragen“ an der Hochschule für Philosophie, promoviert aktuell an der Universität Eichstätt über „Die Bedeutung von Partizipation beim Kampf gegen Armut und Klimawandel“. Dafür schöpft er vor allem aus den Werken des Wirtschafts­nobel­preisträgers Amartya Sen und von Papst Franziskus und forschte in indischen Slums und Urwalddörfern. In seinem Vortrag argumentiert er, dass Teilhabe und Bildung die entscheidenden Schlüssel für Frieden und nachhaltige Entwicklung sind.

In Kooperation mit dem Pfarrverband Sendling.

Wie sich der Islam in Deutschland verwandelt

Tod, Bestattungskultur und Jenseitsvorstellungen

Beispiele für die lebendige Dynamik von Religion

Vortrag von Erdoğan Karakaya M.A., Islamwissenschaftler, Eugen-Biser-Stiftung

Dienstag, 27.02.2018, 19.00 Uhr
Ort: Evangelische Stadtakademie München, € 8,- / erm. 7,-

Längst ist Deutschland der Lebensmittelpunkt für mehr als vier Millionen Musliminnen und Muslime geworden. Nicht selten führt für die Gläubigen unter ihnen das Leben in einer wertepluralen Gesellschaft auf der einen Seite zu neuen Herausforderungen, auf der anderen Seite aber auch zu fruchtbaren kulturellen Austauschprozessen. Erdoğan Karakaya zeigt am Beispiel der Themenfelder Tod, Bestattungskultur und Jenseitsvorstellungen, wie sich der Islam in anderen kulturellen Kontexten verwandeln und wie sich ein mehrheitlich christlich geprägtes Land auf theologische und organisatorische Fragestellungen heutiger Muslime transformierend auswirken kann.

Im Fluss der Dinge

Hermann Hesse und Bertold Brecht im Dialog mit Buddha, Laotse und Zen

Buchvorstellung mit Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel

Neuer Termin voraussichtlich 17. Oktober 2018, 19 Uhr 
Evangelische Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Str. 24
Teilnahmegebühr: 8,- € (erm. 7,- €)

Das neue Werk unseres Kuratoriumsvorsitzenden weitet den abraha­misch-litera­rischen Horizont auf die Auseinandersetzung mit dem Fernen Osten aus.

„Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser. Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich“ (Taoteking). Hermann Hesse und Bertolt Brecht sind beide welt­berühmte deutschsprachige Dichter des 20. Jahrhunderts, und sie verbindet – so verschieden Leben und Werk beider auch sind – das Interesse an der geistigen Welt Indiens, Chinas und Japans. Ein Dialog mit den großen Gestalten aus der Welt Asiens, mit Buddha und Laotse, hat sich in beider Werke Ausdruck verschafft. Und beide beherrschen, auch wenn die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen, die besondere Kunst der Anverwandlung des Fremden ins Eigene.

Eine Veranstaltung der Evangelischen Stadtakademie München in Kooperation mit den Freunden Abrahams.

Anmeldung erbeten unter info@evstadtakademie.de oder Tel. 089/5490270

Der Gott Abrahams: Eine Kraftquelle für unser Leben?

Ein interaktiver Abend mit Matthias Hofmann

Donnerstag, 26. April 2018, 19.00 Uhr
St. Ludwig, Pfarrsaal, Ludwigstr. 22 (U3/6, Universität)
Teilnahmegebühr: 8,- € (erm. 7,- €)

In den letzten Jahren wurde vielfach heraus­gearbeitet, dass Juden, Christen und Muslime Brüder und Schwestern in ihrem gemeinsamen Gott, dem Gott Abrahams sind. Durch Vorträge zu großen Mystikern und Sufis wurde deutlich, dass die Mitte der Religionen in der immer tieferen Suche nach Gott liegt.

Ist es an der Zeit, nicht nur über den Gott Abrahams und über tiefe Gottes­beziehungen zu reden, sondern tatsächlich einen Raum aufzuspannen, in dem einende Erfahrungen gemacht werden können? Wer Glaubensgespräche, gemein­same Gebete, gemeinsame Meditationen kennt, weiß um die Kraft, die dort freigesetzt wird. Und kann nicht gerade die intensive Begegnung mit Menschen, Texten und Traditionen der anderen Religionen besonders viel Kraft freisetzen?

Ausgehend von persönlichen Erfahrungen wird skizziert, in welchem religiösen und theologischen Rahmen sich ein solches Angebot bewegen könnte. Anschließend werden wir an diesem Abend einen ersten Versuch in dieser Richtung unternehmen. Dabei geht es nicht um eine Außenwirkung, sondern um die persönliche Ausrichtung auf den Gott Abrahams, um eine Berührung des Herzens, um Hören, um Stille.

Referent: Dipl.-Ing. (FH) Matthias Hofmann, Sachverständiger, Meditationsanleiter, Heilpraktiker für Psychotherapie, Mitglied der Freunde Abrahams

Abrahamisches Friedensgebet 2018

zum 80. Geburtstag von Manfred Görg

Sonntag, 16. September 2018

Wir setzen die vor zwei Jahren begonnene Tradition eines Abrahamischen Friedensge­bets auch in diesem Jahr fort. Im terminlichen Umfeld des Todestages von Manfred Görg († 17.9.2012) setzen sich dabei VertreterInnen von Judentum, Christen­tum und Islam mit Texten und Inhalten aus ihrer jeweiligen Religion ausein­ander, mündend in Gebete für den Frieden. Dieses Jahr würdigen wir damit zugleich den 80. Geburtstag von Manfred Görg (* 8.9.1938).

Im Anschluss an diese spirituelle Feier laden wir zur Verleihung des Manfred-Görg-Preises 2018 ein. Bitte halten Sie sich den Tag frei!

Ort und Uhrzeit werden spätestens in der Abrahams Post Herbst/Winter 2018/19 bekannt gegeben.