Vom Archiv zur Arche – Geschichte als Zeugnis

HauptvortragBuchvorstellung
mit Rabbinerin Prof. Dr. Dr. h.c. Eveline Goodman-Thau (Jerusalem):

Im 21. Jahrhundert trägt Europa den Zeitbruch von der versuchten Auslöschung des Judentums in sich – ein Bruch, der nicht zu heilen ist. Die Identität einer Gesellschaft wird jedoch nicht bestimmt durch das Geschehen selbst, sondern durch die Art und Weise, wie Geschichte erinnert wird. Im Unterschied zum Archiv sind wir in der Arche als Zeugenschaft immer selbst präsent. Die Besinnung auf die Zerstörung der geistigen und lebendigen Traditionen des Europäischen Judentums führt uns vom Archiv zur Arche – wo in der Gestaltung der Geschichte als Zeugnis Historie und Gedächtnis aufgehoben sind.

Sonntag, 10.11.2019,  19.00 Uhr
Zentrum der Jesuiten St. Michael, Maxburgstr. 1, 80333 München

Eintritt: 8 €, ermäßigt 7 €

Anmeldung:   Telefonisch (AB) unter  089/15881260 oder per E-Mai an info@freunde-abrahams.de

Veranstalter: Freunde Abrahams e. V., liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom, Erzbischöfliches Ordinariat – Dialog der Religionen, Evangelische Stadtakademie München

Leben am Toten Meer

 – und Leben in Chemnitz

TagesfahrtBusausflug am 21./22. März 2020

Chemnitz (vorübergehend Karl-Marx-Stadt) in Sachsen verfügt über ein ausgezeich­netes, modernes Museum für Archäologie. Dort wird derzeit eine große Sonder­ausstellung über das Tote Meer präsentiert – die an sich schon Grund genug wäre, der Stadt einen Besuch abzustatten.

Am jordanischen Ufer des Toten Meeres hat Stefan Wimmer (damals noch Student in Jerusalem) vor 30 Jahren an der Ausgrabung einer Badeanlage des Königs Herodes mitgewirkt. Die damalige Grabung wird in der Ausstellung unter vielem anderen thematisiert. (Siehe dazu den Vortrag „König Herodes am Toten Meer“, oben Seite 6, der zugleich zur Vorbereitung dienen kann.) Neben der Archäologie werden auch die Geologie, der Naturraum, die Religionsgeschichte und die Lebens­bedingungen in dieser extrem außergewöhnlichen Region der Erde behandelt.

Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz wurde 2014 im 1930 erbauten ehemaligen Kaufhaus der jüdischen Familie Schocken eingerichtet. Die Familie brachte Zeitungsverleger hervor, deren Namen bis heute u. a. mit der israelischen Tageszeitung Haaretz verbunden sind.

Hinzu kommen freilich Zusammenhänge, die jüngst mit Chemnitz verknüpft werden – rechtsradikale Vorkommnisse, die das Image der Stadt aktuell in Beschlag genom­men haben. Auch darüber wollen wir uns vor Ort informieren, wie auch über die komplexe modernere Geschichte der Stadt.

Für die Busfahrt haben wir als Mittagspause eine thematisch passende Station vorgesehen und werden im Dorf Mödlareuth an der ehemaligen „Zonengrenze“ an die deutsche Teilung erinnert.

Programmentwurf: Samstag, 21.3.2020 Abfahrt 8 Uhr (s.t.!), Fahrt über Mödla­reuth nach Chemnitz. Nach der Ankunft thematischer Stadtrundgang im Zentrum. Abendessen im jüdischen Restaurant „Schalom“. Übernachtung im zentral gelegenen Hotel Biendo (nahe archäologischem Museum und Karl-Marx-Monu­ment). Sonntag, 23.3.2020 geführter Besuch der Ausstellung „Leben am Toten Meer“ im SMAC; Gespräche; Rückfahrt, Ankunft München ca. 19 Uhr)

Kosten: 190,- € im Doppelzimmer, Einzelzimmerzuschlag 25,- €.
Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 13 Personen, maximal 23.

Im Reisepreis enthalten sind Busfahrt, Übernachtung mit Frühstück sowie Eintritte und Führungen. (Mittag- und Abendessen nicht inklusive.)

Wir bitten um baldige Anmeldung, damit wir planen können, wie üblich unter 089 / 15 88 12 60 (AB) oder info@freunde-abrahams.de. Anmeldeschluss ist 31.12.2019, Bezahlung des Reisepreises bis 31.1.2020.

Auf den Spuren der islamischen Gelehrsamkeit:

ReiheŠams ad-Dīn Muḥammad Ḥāfeẓ Šīrāzī

Halbtagsseminar mit Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi

Samstag, den 28. September 2019, 9.00 bis 14.00 Uhr
Münchner Forum für Islam, Hotterstr. 16

Kooperationspartner: Münchner Forum für Islam

Teilnehmerzahl: max. 25, Seminargebühr: 30 € (erm. 25 €), inkl. Mittagsimbiss

Šams ad-Dīn Muḥammad Ḥāfeẓ Šīrāzī (gest. 1390), bekannt als Hafis, zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der poetisch-spirituellen Tradition des Islams. Sein poetisches Werk, das erst posthum veröffentlicht wurde, zählt sowohl in seiner Form­ästhetik als auch in seiner inhaltlichen Tiefe zu einem Meisterwerk der Literatur und Spiritualität in der persischen Sprache. Sein Werk hat grenzüberschreitend Anerken­nung gefunden. So ist der Gedichtzyklus West-östlicher Divan von Goethe inspiriert von Hafis.

Die Veranstaltung hat das Ziel, der Person Hafis, dem Werk und den Grundlinien seines spirituellen Denkweges nachzuspüren. Vor allem wird im Workshop die Gott-Mensch-Beziehung und die Bedeutung der Liebe, Sehnsucht und Religion bei Hafis mit zentralen Texten vorgestellt, analysiert und diskutiert. Insbesondere soll seine Bildsprache näher betrachtet werden.

Konzipiert ist die Veranstaltung in zwei Phasen: In der ersten Phase wird in das Leben und Werk von Hafis eingeführt und in einem intensiven Austausch mit den Teilneh­mern diskutiert. In der zweiten Phase soll Hafis selbst zur Sprache kommen, indem einige ausgewählte Texte gelesen, analysiert und deren Bedeutung für die Gegen­wart herausgestellt werden. Zudem wird auch der Goethe-Hafis-Dialog genauer beleuchtet. (Die Texte werden zeitnah zur Verfügung gestellt.)

Anmeldung erforderlich unter seminar@freunde-abrahams.de.

Reise: Durchs friedliche Kurdistan

ReiseDie Autonome Region Kurdistan im Nord-Irak

3.-10. Oktober 2020

Mit der nächsten Reise kehren wir zum gewohnten Zeitrahmen Anfang Oktober zurück – und nähern uns der Urheimat Abrahams! Während der größere Teil des Irak bis heute noch nicht wieder problemlos für Touristen zugänglich ist, herrschen in der Kurdischen Autonomie­region im Nordosten des Landes schon seit Jahren friedliche, stabile und wirt­schaftlich wie kulturell ermutigende Verhältnisse. Selbst das Wüten von „Da’esh“ (dem so genannten „I.S.“) konnte von der Region fernge­hal­ten werden; Kurdistan hat dafür aus den benachbarten Regionen zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen.

Die Agentur Al-Sharq (Berlin) mit jahrelanger Erfahrung in der Durchführung von Gruppenreisen nach Irakisch Kurdistan organisiert für uns das Reiseprogramm. Höhe­punkte werden sein: die historisch eindrucksvolle Hauptstadt Erbil, die pulsierende Metropole Sulaimaniyeh, das Hauptheiligtum der Jesiden in Lalesh, orientalisch-christliche Kirchen, jüdisches Erbe, archäologische Stätten (Reich von Mitanni), der Tigrisstaudamm sowie zahlreiche Begegnungen und Gespräche zur aktuellen Entwicklung Kurdistans, zur Situation der Frauen, der Minderheiten, und zur humanitären Situation der jesidischen und anderer Flüchtlinge.

Über die Reisen von Al-Sharq wurde unter anderem in der Süddeutschen Zeitung berichtet. Und besonders verweisen möchten wir auf den Bericht unseres verstor­benen Kuratoriumsmitglieds Rupert Neudeck: „Der einzige Staat mit Ko­existenz für alle Religionen ist noch keiner. Impressionen und Erfahrungen aus dem nord­irakischen Kurdistan“, in der ABRAHAMS POST Frühjahr/Sommer 2015.

Melden Sie Ihr Interesse (falls nicht schon geschehen) bitte frühzeitig unverbindlich an, wie üblich unter 089 / 15 88 12 60 (AB) oder info@freunde-abrahams.de! Sie erhalten dann die vollständige Reiseausschreibung, sobald sie vorliegt.

Göttliches und menschliches Handeln in den antiken Erzählungen

über Josef und Krösus im Vergleich

Vortrag von Dr. Eva Tyrell
Donnerstag, 17. Oktober 2019, 19.00 Uhr
Haus der Kulturinstitute, Großer Hörsaal, Katharina-von-Bora-Str. 10, 2. OG

Teilnahmegebühr: 8 € (erm. 7 €)

Im Laufe unseres Lebens geschehen manchmal Dinge, die uns nach­denklich machen. Diese Ereignisse können offen sein für die Deutung als Zufall, logische Verkettung von Einzelereignissen oder göttliche Fügung. Zwei Erzählungen aus dem antiken Mittelmeerraum denken über dieses Thema nach. Sind die Schicksals­schläge im Leben des Lyderkönigs Krösus (griech. Kroisos) und Josefs, des Sohnes von Jakob und Rachel, Zufall oder Ergebnis göttlicher Lenkung? Ist göttliches und menschliches Handeln gleichzeitig denkbar? Oder lässt göttliches Eingreifen ins Ge­sche­hen den Menschen keinen Entscheidungs- und Handlungsspiel­raum?

Im Vergleich der nicht immer eindeutigen Erzählungen aus Herodots Historien und der Hebräischen Bibel wird deutlich, dass die Texte mit mitdenkenden Lesern rech­nen und sie zu einer selbständigen Inter­pretation herausfordern.

Dr. Eva Tyrell wurde 2017/18 an den Universitäten Tel Aviv und Bern mit einer vergleichenden Arbeit zu Vergangenheitserzählungen in der Hebräischen Bibel und Herodot in Judaistik bzw. Altertumswissenschaften promoviert. Sie lebt seit Kurzem wieder in ihrer Heimatstadt München, arbeitet am Stadtarchiv und übersetzt hebrä­ische Erzählungen.

Friedensgebet

… des Rats der Religionen unter dem Motto:

friedenstaube„Zusammen leben – zusammen wachsen“

Der Rat der Religionen in München lädt ein
zum Friedensgebet 2019:

Donnerstag, 10.10.2019, 19.00 Uhr
am Jakobsplatz in München

Die Religions­gemein­schaf­ten wollen mit dem Gebet ein gemeinsames Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen und sich zu Frieden und Versöhnung bekennen. Das Friedens­gebet findet inzwischen im sechsten Jahr statt.

Dem 2016 gegründeten Rat der Religionen in München gehören neben Vertre­ter­In­nen der Religionsgemeinschaften von Christen, Juden, Muslimen, Aleviten, Buddhisten und Bahai auch die Freunde Abrahams an.

Dachauer Dialoge: Max Mannheimer

Filmvorführung am Mittwoch, 18. März 2020
Münchner Volkshochschule, Einsteinstraße 28 – Uhrzeit noch offen
anschließend Gespräch mit Mitwirkenden an der Filmproduktion

Max Mannheimer (1920 – 2016) und Sr. Elija Boßler wurden im Umfeld der KZ-Gedenkstätte Dachau zu Freunden. Die Filmemacher Marina Maisel und Michael Bernstein sehen in dieser Beziehung zwischen „Jude und Nonne“ eine wichtige Botschaft, die sie dokumentieren und weitergeben wollen. Entstanden ist daraus der Film „Dachauer Dialoge“, der einen einmaligen jüdisch-christlichen Dialog dokumentiert, der uns mitnimmt in eine intensive Auseinandersetzung mit aktuellen, universellen, aber auch ganz persönlichen Fragen.

„… wer da zuhört, weint bittere Tränen über die Vergangenheit und lernt mit der Seele für das Miteinander von Menschen und Religionen.“, so die Regionalbischöfin von München, Susanne Breit-Keßler.

„Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche“

Vortrag von Doris Wagner-Reisinger, Philosophin und Theologin
Montag, 11. November 2019, 19.30 Uhr
Pfarrsaal St. Margaret in München-Sendling, Margaretenplatz 5 c (Eintritt frei)

Doris Wagner-Reisinger schildert die unterschiedlichen Facetten des Phänomens manipulativer Seelenführung im Bereich der katholischen Kirche und verdeutlicht diese durch eine Vielzahl realer Fallbeispiele. Dabei thematisiert sie auch die tieferen Ursachen für diese Art des Missbrauchs. Ihr aufrüttelnder Weckruf macht deutlich, dass die katholische Kirche das Phänomen nicht länger ignorieren kann. Gerade auch im Zusammenhang mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs gilt es viel­mehr, den Blick hierfür zu schärfen.

Erreichbar mit Bus 132 / Bus 53 Margaretenplatz oder U6 / S7 Harras

In Abrahams Schoß

Interreligiöse Fotografieausstellung in München

12 großformatige Fotografien an den Säulen des Hauptschiffes von St. Maximilian; Voraussichtlich ab Oktober 2019 – beachten Sie die Presse und unsere Website.

Der Künstler Mario Dollinger (www.mario-dollinger.de) folgt fotografisch den Spuren der religiösen Toleranz in seinem Geburtsort Sulzbürg/Oberpfalz, den Christen, Juden und Muslime prägten. Seine Erzählung vom friedlichen Miteinander setzt Zeichen der Hoffnung angesichts einer Gegenwart, in der Ausgrenzung wieder vermehrt stattfindet. Mario Dollingers Ausstellung lädt ein zum Dialog der Religionen.

Dollinger_V

Torakreis Freising

Samstags 15.30 – 18.30 Uhr mit anschließender gemeinsamer Brotzeit
Termine: 21.09.2019 (Ausflug nach Landshut), 19.10., 23.11., 14.12., 18.01.2020, 15.02.20
Evangelisches Gemeindehaus Saarstr. 2 in Freising (3 Min. vom Bahnhof Freising)

Im Torakreis üben wir jüdisch-christlichen Dialog praktisch, indem wir gemeinsam die 5 Bücher Mose (Tora) in verschiedenen Übersetzungen mit jüdischen und christlichen Auslegungen studieren. In den hebräischen Text und in die hebräische Sprachwelt einzutauchen ist Teil des Vergnügens, hebräische Sprachkenntnisse sind aber keine Voraussetzung fürs Mitmachen, denn sowohl jüdische als auch christliche Mitglieder des Kreises  sind des Hebräischen kundig und jederzeit bereit, auf Fragen einzugehen. Wir arbeiten seit 17 Jahren nach dieser Methode, unsere Mitglieder kommen aus München, Pullach, Landshut, Bamberg, Erlangen und Freising. Neueinsteiger sind jederzeit herzlich willkommen. Zur Zeit lesen wir das 3.Buch Mose, also den Text, den Jesus zitierte, als er gebot: “Liebe Deinen Nächsten!“

Kontakt: Margret Schwarz, Tel.: 08161/ 12436, margrethe.schwarz@gmail.com