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VERANSTALTUNGSKALENDERFRÜHJAHR / SOMMER 2004
KURZÜBERBLICKZu weiteren Informationen klicken Sie bitte auf die jeweilige Veranstaltung März
April
Mai
Juni
Juli
VORTRÄGE UND VERANSTALTUNGEN DER FREUNDE ABRAHAMS:VOM DIALOG ZUM TRIALOG:
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CHRISTSEIN OHNE ABRAHAM?
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Vortrag von Prof. Dr. Martin Tamcke, Göttingen
Dienstag, 11. Mai, 19.00 Uhr c.t.
Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Geschwister-Scholl-Platz 1, Hörsaal 101
Dass Abraham 'Vater des Glaubens' aller Gläubigen sei und so gerade auch den Christen die exemplarische Gestalt eines Glaubenden bedeutet, ist nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man das Selbstverständnis der orientalischen, v.a. der syrischen Kirche bedenkt. Hier ist auch Widerstand gegenüber einer Rückbeziehung spürbar. Der Referent, Professor für ökumenische Theologie an der Universität Göttingen und Spezialist für die Geschichte der orientalischen Kirchen, wird die kritischen Stimmen vorstellen und reflektieren.
Vortrag mit Bild- und Filmmaterial von Gottfried Hutter, München
Montag, 12. Juli, 18.30 Uhr
Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Geschwister-Scholl-Platz 1, Hörsaal 132
Gottfried Hutter, Theologe und Psychotherapeut, wird seinen mittlerweile auch in den Medien diskutierten spirituellen Friedensvorschlag vorstellen, der im Bild eines architektonischen Modells die Einheit der drei abrahamitischen Religionen erklärt. Er wird die interreligiösen Reaktionen darauf beleuchten, seine Erfahrungen mit Angehörigen dieser Religionen mit Filmmaterial illustrieren und sich Fragen stellen.
Information: www.tempel-projekt.de
GÖTTERWELT UND RELIGIÖSE ANSÄTZE IM ALTEN ÄGYPTEN |
Diavortragsreihe
von Andrea M. Gramann, M.A., Ägyptologin, München,
mit vier in sich abgeschlossenen Einzelvorträgen
Hinweis: Alle Vorträge der Reihe finden in den Räumen des Ägyptolog. Instituts der LMU, Meiserstraße 10 (Nähe U-Bahn Königsplatz), statt. Dauer: 1½ Std.
Viele von uns stehen der von unzähligen Göttern bevölkerten religiösen Welt Altägyptens leicht irritiert gegenüber. Die Vorträge stellen die wichtigsten Gottheiten sowie die bedeutendsten Schöpfungsmythen vor und suchen religionsgeschichtlich den Bogen in unsere Zeit mit ihren Glaubensvorstellungen zu spannen.
I: AMUN, RE UND OSIRIS – DIE HERREN DER ÄGYPTISCHEN GÖTTERWELT |
Dienstag, 25. Mai, 19.30 Uhr
Meiserstraße 10/II, Großer Hörsaal
Die Götter des Niltals lassen sich in Gruppen einteilen. Es gibt Sonnen- und Himmels-, Hoch- und Reichs-, Schöpfungs- und Kriegsgötter usw. Der Kult mancher – wie der des Fruchtbarkeitsgottes Min sowie des Himmels- und Königsgottes Horus< style="mso-spacerun: yes"> kann bis in die Vorgeschichte (um 3150 v.Chr. ) zurückverfolgt werden und schon damals galt der Herrscher als Horus auf Erden. Die Beziehung zwischen Gott und König wird auch im Titel 'Sohn des (Sonnengottes) Re' deutlich. Später gewann der Jenseitsherrscher Osiris an Bedeutung und man verknüpfte ihn im Mythos mit Horus. Während der 18. Dynastie erfuhr Amun intensive Verehrung und galt als göttlicher Vater Pharaos. Im weiteren Verlauf des Neuen Reichs wurde Re immer wichtiger und häufig mit anderen Göttern verbunden, z.B. mit Amun zu Amun-Re.
II: HATHOR, SACHMET UND NEITH – DIE DAMEN DES PANTHEON |
Dienstag, 15. Juni, 19.30 Uhr
Meiserstraße 10/II, Großer Hörsaal
Göttinnen zeichnen sich durch ihre Flexibilität aus. So ist Hathor eine Mutter- und Liebesgöttin sowie manchmal die Gefährtin des Herrschers, sie kann aber auch Verderben bringen oder als Totengottheit fungieren; Sachmet ist sowohl Kriegsgöttin, als auch Schutzpatronin der Heilkunst und der Ärzte. Diese Aufgabenbereiche konnten nebeneinander existieren oder sich im Lauf der Zeit verändern: Neith war als Jagd- und Kriegsgöttin sowie als Schutzherrin des Königs bekannt, ehe sie sich in der Spätzeit zur Schöpfungsgöttin wandelte – eine Rolle, die bis dahin männlichen Gottheiten vorbehalten war! Und Isis, die Zauberreiche, stieg in römischer Zeit sogar zur Universalgöttin des Mittelmeerraums auf. An ihrem Beispiel lässt sich verfolgen, wie Bilder und Elemente der ägyptischen Religion in das Christentum übernommen wurden.
III: GÖTTERFAMILIEN UND SCHÖPFUNGSMYTHEN |
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Dienstag, 29. Juni, 19.30 Uhr
Meiserstraße 10/II , Großer Hörsaal
Viele Gottheiten wurden in Götterkreise eingegliedert. Am häufigsten ist die Bildung einer Familie, bestehend aus Vater-, Mutter- und Kindgottheit. Komplizierter ist die Einbindung in Mythen. Während sich etwa der Osirismythos mit der Überwindung des Todes beschäftigt, beschreiben andere die Entstehung der Welt. Man versuchte mit Hilfe der Mythen die Schöpfung, die Naturgewalten sowie historische Ereignisse zu erklären. Dabei ist jedoch die Intention unterschiedlich: Der hermopolitanische Mythos fragt danach, was vor der Schöpfung war und wie Schöpfergott und Schöpfung entstanden sind. Der heliopolitanische Ansatz sucht zu ergründen wie alles entstand und wer das gemacht hat und bei der memphitischen Überlegung steht die Frage im Vordergrund, wer der Schöpfer ist.
IV: ALLES SCHON MAL DAGEWESEN? BILDER DER BIBEL UND IHRE WURZELN IM ALTEN ÄGYPTEN |
Dienstag, 13. Juli, 19.30 Uhr
Meiserstraße 10/II, Großer Hörsaal
'Drei sind alle Götter: Amun, Re und Ptah' heißt es in einem Lied des berühmten Leidener Amunshymnus, dessen Ende lautet: 'Einzig ist er allein, Amun, zusammen mit Re (und Ptah), zu dreien verbunden'. Hier wurde ein theologischer Ansatz formuliert, der in der christlichen Trinitätslehre münden sollte. Bei der Suche nach den Wurzeln des Christentums, den Ursprüngen des Alten und Neuen Testaments sowie der überlieferten Bilder und Symbole zeigt sich, dass dazu weit über die Antike hinausgeblickt werden muss. Es waren vor allem die theologischen Vorstellungen Ägyptens, die Einzug in die Bibel fanden und heute als ureigenstes christliches Glaubensgut erscheinen. Hierzu gehören Elemente der Schöpfungsgeschichte, der Weihnachtslegende sowie der Auferstehung, aber auch Gottessohnschaft, Jungfrauengeburt und Dreieinigkeit.
Tagung
mit Prof. Dr. K.-J. Kuschel und Prof. Dr. K. Mommsen
Freitag, 12. bis Sonntag, 14. März
Burg Rothenfels, Rothenfels am Main
Goethe war fasziniert und empfand tiefe persönliche Sympathie für den Islam. Er pries den 'staunenswürdigen' Koran wegen seiner sprachlichen Schönheit und nannte dessen Stil 'wahrhaft erhaben'. 23jährig schuf er 'Mahommets Gesang', ein Loblied auf den Propheten Mohammed. Viele Hauptlehren des Islam erschienen ihm übereinstimmend mit seinem Denken: der Monotheismus, die Offenbarung Gottes in der Natur, die Kritik der Wunder. Zudem war er fasziniert von der islamischen Mystik. Unbehagen aber bereiteten ihm die islamische Sicht des Eros, der Frauen sowie das Wein- und Rauschverbot. Die Tagung fragt im Gespräch von Theologie und Literatur nach Goethes Bild vom Islam und seinem interreligiösen und –kulturellen Dialog von vorauseilender und beeindruckender Modernität.
Information: www.burg-rothenfels.de oder Telefon 09393/99999
Tagung
mit Prof. Dr. Dr. M. Görg, Dr. H. Henrix und Dr. P. Petzel
Montag,
5. April bis Mittwoch 7. April
August-Pieper-Haus Aachen
Mit dem Credo halten die Kirchen den Grundtext dafür bereit, was vor Gott und den Menschen als Mitte des christlichen Glaubens gilt. In früher Kirchengeschichte formuliert, ist es heute für viele schwierig, den einzelnen Aussagen zustimmen zu können. Das Credo erscheint ihnen aus der Sprache und den Bildern der Bibel ausgewandert und es scheint sie in eine fremde Welt zu versetzten. Oft lässt sich der innere Zwiespalt auch dadurch nicht beschwichtigen, dass man sich die Differenz zwischen einem in Jahrhunderten gewachsenen Bekenntnis und dem persönlichen Glauben vor Augen führt. Doch es kann kein Segen sein, sich schweigend von solchem Glaubensgut zu verabschieden. Das Seminar geht auf diese Problematik ein, setzt das Credo in Bezug zu Aussagen jüdischer Tradition und sucht Antworten zu geben auf Fragen wie: Bedeutet das Ja zum Credo ein Nein zu Bibel, Judentum und jüdischer Tradition?
Information: bischoefliche-akademie@bak.bistum-aachen.de oder Telefon 0251/479960
Vortrag von Prof. Dr. Michael Pfrommer, Trier
Donnerstag, 22. April, 19 Uhr s.t.
Collegium Aegyptium/Inst. f. Ägyptologie d. LMU
Meiserstraße 10/II, Gr. Hörsaal
Tagung mit Prof. Dr. Dr. M. Görg, München
Freitag, 30. April bis Samstag, 1. Mai
Bildungszentrum Kardinal-Döpfner-Haus, Domberg 27, Freising
Wenige Texte des Alten Testaments wurden in der abendländischen Literatur so häufig aufgegriffen und weiterverarbeitet wie die Josefserzählung. Doch stellt sie nicht nur ein Meisterwerk israelitischer Erzählkunst dar, sondern sie verweist auch auf die Öffnung Israels hin zu der Hochkultur Ägyptens. Wenig beachtet wird zudem ihre theologische Dimension. Prof. Görg wird an diesem Wochenende allen drei Spuren nachgehen: der literarischen, der religionsgeschichtlichen sowie der theologischen.
Information: info@bildungszentrum-freising.de oder Telefon 08161/1810
Tagung mit Dr. U. Baatz, M. Geisser und Dr. C. Hoffmann OSB
Freitag, 14. bis Sonntag, 16. Mai
Burg Rothenfels, Rothenfels am Main
Buddhismus und Christentum. In beiden Religionen geht es um Erlösung. In beiden Religionen soll das tägliche Leben so beschaffen sein, dass es der Erlösung dient, in beiden soll das alltägliche Leben dann auch Ausweis der Erlösung sein. Die Tagung geht Fragen nach wie: Geht es im Buddhismus wirklich um Selbsterlösung? Gibt es darin wirklich keine Dogmen und Gesetze? Ist das Christentum wirklich eine autoritäre Religion? Ist es wirklich leibfeindlich? Auch den Fragen um die wichtigen Kleinigkeiten des Lebens wird nachgespürt, etwa was Koch und Essen bedeuten oder was Gemeinschaft, Familie oder Single-Dasein bedeuten.
Information: www.burg-rothenfels.de oder Telefon 09393/99999
Vortrag von Dr. Stefan J. Wimmer, München
Dienstag, 18. Mai, 20.00 Uhr
Evang. Studentengemeinde in Kooperation mit Maat e.V., Friedrichstraße 25
Pyramiden und Pharaonen sind Begriffe, die unser Bild vom Alten Ägypten bestimmen. Selten wird jedoch der Blick auf die einfachen Menschen des Niltals gerichtet. Dabei haben auch die Künstler und Handwerker, die die Königsgräber mit ihrer Hände Arbeit schufen, reichlich Texte hinterlassen, die uns Einblicke in ihr tägliches Leben gewähren. Speziell solche Quellen werden im Rahmen eines Projekts an der Universität München erschlossen und nach neuesten wissenschaftlichen Standards über Internet publiziert. Die Präsentation stellt das Projekt und damit den Arbeitsalltag von Ägyptologen vor und erzählt von den kleinen Freuden und Sorgen in einem Dorf am Nil vor über 3000 Jahren.
Vortrag von Dr. Martina Ullmann, München
Dienstag, 8. Juni, 18 Uhr c.t.
Institut für Ägyptologie der LMU, Meiserstraße 10/II, Großer Hörsaal
Für die an der Entwicklungsgeschichte der Tempel und Heiligtümer im oberägyptischen Theben interessierten Ägyptenfans und –reisenden. Dr. Ullmann hat sich in ihrer Dissertation mit einem speziellen Tempeltyp, den Häusern der Millionen an Jahren – früher Totentempel genannt – beschäftigt und ist eine hervorragende Kennerin der Materie.
Vortrag von PD Dr. Heike Behlmer, Göttingen
Donnerstag, 17. Juni, 19 Uhr s.t.
Collegium Aegyptium/Inst. f. Ägyptologie d. LMU, Meiserstraße 10/II, Gr. Hörsaal
Vortrag
mit praktischen Übungen von Dr. Stefan J. Wimmer, München
Donnerstag, 24. Juni, 19.00 Uhr
Evang. Stadtakademie in Kooperation mit Maat e.V., Herzog-Wilhelm-Str. 24
Wenn wir es mit etwas ganz Unleserlichem zu tun bekommen, sagen wir gern 'Das sind Hieroglyphen für mich'. Dabei ist die Schrift der alten Ägypter gar nicht so schwer zu verstehen. Hinter dem Vorhang des Geheimnisvollen lässt sich mit ihr sogar spielen. Und nicht nur das: Die Hieroglyphen sind eigentlich nicht ausgestorben. Sie leben fort und sind verbreiteter als je zuvor. Aus ihnen ist nämlich – über einige Umwege – unser modernes Alfabet entstanden, in dem auch diese Zeilen gedruckt sind. Wir werden zusammen einfache Begriffe lesen und schreiben, und verstehen lernen, wie aus einer Kuh ein A und aus einem jubelnden Menschen ein E werden konnte. Bitte Schreibzeug mitbringen.
Vorlesung von Prof. Dr. Dr. M. Görg, München
jew. freitags 11 Uhr c.t., einstündig, Beginn 23. April
Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Schellingstrasse 3, Hörsaal E 02
Die beiden Zentralgestalten der christlichen Religion einerseits und der islamischen andererseits tragen den Überlieferungen zufolge beide charakteristische Züge einer religionsgeschichtlich profilierbaren Ausprägung der Individualprophetie, wie diese in den klassischen Prophetengestalten des sog. Alten Testaments vorgezeichnet worden ist. Dass Jesus auch im Koran und in der muslimischen Tradition Anerkennung findet, bedarf ebenso der Erläuterung wie grundsätzlich das Phänomen der Prophetie, deren formale und inhaltliche Ausdruckskraft schon in der 'Älteren Bibel' Interpretationen und Prädikationen ausgelöst hat, die für das wechselseitige Verstehen der abrahamitischen Religionen insgesamt bedeutsam sind.