Freunde Abrahams e. V.


ABRAHAMS POST - INFOBLATT DER FREUNDE ABRAHAMS
INFOBLATT DER FREUNDE ABRAHAMS E.V.


HERBST/WINTER 2005/06     Download Download als pdf-Datei

Inhalt

Editorial
Berichte - Notizen
Tipps
Vorschau
Veranstaltungskalender


EDITORIAL: DAS WAGNIS DER VERSÖHNUNG

In vielen Ländern geht gegenwärtig die Angst vor Anschlägen um, vielfach verbunden mit einer wachsenden Skepsis gegenüber der Wirksamkeit der politischen Instanzen, die das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen schützen sollen. Gerade dem Islam traut man vielfach zu, dass er in einer immer wieder aufbrechenden Unberechenbarkeit Mächte der zerstörerischen Gewalt freisetzt und so den guten Willen derjenigen, die um ein wechselseitiges Verstehen religiöser Lebensäußerungen bemüht sind, unerbittlich und radikal aus allen Illusionen reißt.

Der Zweifel an der greifbaren Effizienz interreligiöser Arbeit gehört freilich zu den unvermeidlichen Phasen eines Prozesses, der letztlich dem Glauben an die Wirkmacht des allbarmherzigen Gottes verpflichtet sein muss. Dabei geht es nicht um den bloßen Appell an ein mit religiösen Phrasen motiviertes Beharrungsvermögen oder eine fragwürdige Unbeirrbarkeit des Gottgläubigen, sondern um die immer wieder wachgerufene Bereitschaft zur Versöhnung, die aus der Tiefe des Glaubens an den versöhnungswilligen Gott stammt.

Angst vor der Begegnung ist auch im interreligiösen Bereich ein schlechter Ratgeber. Wenn die Auseinandersetzung zu einer Form von Ineinandersetzung werden soll, kommt es auf behutsames und einfühlendes Nachfragen ebenso an wie auf eine begleitende Selbstkritik, vor allem aber auf die immer wieder artikulierte Orientierung auf den Einen und Einzigen hin, der für die drei 'abrahamitischen Religionen' der Seins- und Ermöglichungsgrund für allseitiges Verstehen ist.

Gerade trifft die Nachricht vom gewaltsamen Tod des Gründers der Gemeinschaft von Taizé, Frère Roger Schutz, ein: ein Wegbereiter der absolut gewaltlosen Begegnung gläubiger Menschen und der engagiert gelebten Versöhnung, die immer wieder menschliche und allzu menschliche Schranken durchbricht und die im Missverstehen zugefügten Wunden heilt.

Manfred Görg


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BERICHTE – NOTIZEN


EIN VOTUM FÜR DIE SENDLINGER MOSCHEE

Offener Brief an
die Bürgerinnen und Bürger des Stadtbezirks München-Sendling
die Katholikinnen und Katholiken der Pfarrei St. Korbinian
die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion
den 'Runden Tisch Muslime in München'

München, 14. Juni 2005

Die muslimischen Gemeinschaften in München machen mit gut 6 % der Bevölkerung die drittgrößte Glaubensgemeinschaft nach ca. 43 % Katholiken und ca. 14 % Protestanten aus. Sie haben – wie andere Religionsgemeinschaften auch – Anspruch auf einen angemessenen Rahmen für eine freie und ungehinderte Religionsausübung. Die seit Jahrzehnten andauernde Situation, wonach fast alle Moscheeräume in umgebauten älteren Gebäuden, häufig in ehemaligen Fabrikräumen, in Hinterhöfen oder gar Kellern untergebracht sind (abgesehen von bisher nur zwei Ausnahmen, zunächst am Stadtrand und seit wenigen Jahren in Pasing) ist in keiner Weise befriedigend: weder für die Betroffenen selbst, noch für ein gedeihliches Zusammenleben in unserer Stadt. Muslime sehen sich beständig mit der berechtigten Erwartung nach Integrationsbereitschaft konfrontiert. Der Bau einer neuen, großzügig konzipierten und als solcher erkennbaren Moschee im Stadtteil Sendling ist gerade auch auf diesem Hintergrund sehr zu begrüßen. Gerade diejenigen, die durchaus mit gewissem Recht Abkapselungs- und Rückzugstendenzen unter muslimischen Gemeinschaften kritisch benennen, haben allen Grund, das Vorhaben am Gotzinger Platz nachdrücklich zu unterstützen.

Der Stadtteil Sendling gehört nicht zum eigentlichen Innenstadtbereich, liegt aber auch deutlich weniger peripher als Pasing oder Freimann. Die Situation gerade am Gotzinger Platz, wo die neue Moschee mit ihren geplanten zwei Minaretten recht genau gegenüber der Kirche St. Korbinian, ebenfalls mit zwei Türmen, entstehen soll, empfinden wir als ausgesprochen glücklich. Ein derartig gelungenes Ensemble aus benachbarten Gotteshäusern verschiedener Religionsgemeinschaf-ten würde jeder Stadt zur Ehre gereichen. Der Gotzinger Platz, bisher eher wenig beachtet und bekannt, wird damit das Münchner Stadtbild insgesamt bereichern und geradezu als Attraktion für den Stadtteil Sendling gewertet werden können. Stimmen, die ein solches Vis-a-vis als 'Provokation' brandmarken wollen, sollte mit allem Nachdruck widersprochen werden. Schließlich darf mit gutem Grund daran erinnert werden, dass am St.-Jakobsplatz eine Synagoge mit jüdischem Gemeindezentrum in sehr zentraler Lage und in unmittelbarer Nachbarschaft einer katholischen Kirche mit Kloster im Entstehen ist, worin wir ebenfalls eine der begrüßenswertesten Bereicherungen Münchens in unserer Zeit sehen.

Gleichzeitig bleibt der Anspruch der Anwohner unangefochten, berechtigte Anfragen zu stellen und als Betroffene ernst genommen zu werden. Deren berechtigten Interessen ist umso besser gedient, je achtsamer sie von den Scheinargumenten solcher getrennt werden, die Minderheiten in unserer Gesellschaft keinen Platz, oder nur den in Hinterhöfen und Kellern, einräumen wollen. Schließlich gehen wir auch von der aufrichtigen Bereitschaft der Musliminnen und Muslime Münchens zu einem gedeihlichen Miteinander aus.

Für Vorstand und Beirat der Gesellschaft FREUNDE ABRAHAMS E.V.
Prof. em. DDr. Manfred GörgAbstandStefan J. Wimmer Ph.D. (Hebr. Univ. Jerusalem)


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DIE WORTE DES BUDDHA – AUSSTELLUNGSBESUCH AM 15. MÄRZ

Von Stefan Jakob Wimmer

Unsere Tradition, Führungen zu exquisiten Ausstellungen in München anzubieten, bot im Frühjahr erstmals einen durchaus willkommenen Anlass, über den bereits weit gefassten Horizont der so genannten 'abrahamitischen Religionen' hinaus zu blicken: Eine Ausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek bot mit hohem inhaltlichen und ästhetischen Anspruch Einblicke in die Heiligen Schriften des Buddhismus. Aus unserer Sicht war die Erkenntnis wichtig, dass auch der Buddhismus als Buchreligion angesprochen werden kann. Dass uns dieser Aspekt wenig vertraut ist, liegt wohl auch daran, dass es im Gegensatz zu Bibel oder Koran eine ganze Reihe unterschiedlich gefasster Sammlungen von Buddha-Worten gibt, die überdies für Außenstehende wenig eingängige Namen wie Tipitaka, Tripitaka, Dazangjing u.a. haben. Sie umfassen meist viele, bisweilen Hunderte von Einzelbänden.

Das breite Spektrum an ausgestellten Texten zeigte eindrucksvoll, welch unübertreffliche Hochachtung die Gläubigen diesen Heiligen Schriften entgegenbringen: auf Palmblättern (und natürlich auch Papier) mit Tinte geschrieben, auf edle Stoffe gestickt, auf hauchdünne Elfenbeinscheiben lackiert, in Silberbleche und Goldfolien graviert, und oft zwischen prachtvollen, edelsteinbesetzten Buchdeckeln. Besonders bemerkenswert waren einige Fragmente auf Birkenrinde aus dem 5./6. Jh. n. Chr., in Kaschmir gefunden. Sie gehören zu den ältesten buddhistischen Sanskrit-Texten und sind in so fern mit den Schriftrollen von Qumran für die Bibelkunde vergleichbar. Präsentiert wurden bibliophile Ausgaben zur wissenschaftlichen Erschließung der Texte, zunächst durch Missionare des 18. Jh.s, dann eine enorme Fülle von Übersetzungen in zahlreiche Sprachen der Welt. Besonders gefreut hat mich eine Ausgabe in jidischer Sprache. Vor Jahren arbeitete ich an einem Katalog der jidischen Bestände der 'StaBi'. Damals war Dr. Günter Grönbold mein Chef als Leiter der Orientabteilung, der nun für diese eindrucksvolle Ausstellung verantwortlich war. Wir sind dankbar, dass er uns persönlich geführt hat.


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ZURÜCK ZU ABRAHAM? CHANCEN UND RISIKEN DER BERUFUNG AUF
ABRAHAM IN DEN 'ABRAHAMITISCHEN RELIGIONEN'

Dr. Evelyn Scriba zum Vortrag von PD Dr. Ulrike Bechmann

Im interreligiösen Dialog hat Abraham, der 'Vater im Glauben', Karriere gemacht. Immer häufiger ist von den 'Abrahamitischen Religionen' die Rede. Auf Abraham, der vom alttestamentlichen Patriarchen zum religionsverbindenden Urmonotheisten aufgestiegen ist, gründen sich viele Hoffnungen für einen gelingenden Dialog der monotheistischen Religionen. Der Name Abraham ist somit Programm geworden.

Frau PD Bechmann untersuchte in ihrer Habilitationsschrift, deren Ergebnisse sie vorstellte, inwieweit Abraham Glaubensgemeinschaften zu verbinden und den Dialog zu begründen vermag. Wird er den Erwartungen gerecht? An Texten aus AT, NT und Koran zeigte sie auf, welche Rolle Abraham dort jeweils übernimmt. Zwei Fragen interessierten besonders: Wie wird durch Abraham Identität gestiftet? Wie sehen aufgrund dieser Identität seine Beziehungen zu anderen Menschen aus?

Abraham im AT: Als Beispiel einer Identitätsstiftung wurden die Genealogien gewählt, welche die Genesis durchziehen. Ausgehend von der Hauptlinie Abraham-Isaak-Jakob wurden andere Personen in die Familie aufgenommen wie z. B. Ismael und die Söhne der Ketura. Hier wird das Bild der erweiterten Familie, die andere Völker nicht ausschließt, sondern mit hinzunimmt, gezeichnet. Es werden auch Edom und ein Teil des arabischen Raumes als zugehörig betrachtet.

Ein weiteres Beispiel für Identitätsstiftung liefert die Zusammenführung der Erzeltern- und Exodustraditionen in Abraham, die ursprünglich wohl getrennt waren. Während die Erzelterntraditionen eher inklusiv sind, weisen die Exodustraditionen exklusive Züge auf, die sich in der Gesetzgebung etwa zur Beschneidung oder in Speisegeboten äußern. Abraham hält sich bereits an diese Gesetze.

Während Abraham Unterschiedliches in sich aufnehmen kann, halten seine Frauen Sarah und Hagar an ihrer jeweiligen Identität fest. Wie sieht nun Abrahams Glaube aus der Sicht seiner Frauen aus? Abraham mag zwar an den einen Gott glauben, doch hindert ihn das keineswegs daran, Sarah zweimal preiszugeben und Hagar zu vertreiben. Eine solche Verhaltensweise lässt seinen Glauben als recht fragwürdig erscheinen. Da die gesamte Genesis Offenbarungstext ist, sollte nach Ansicht Bechmanns Abraham nicht einseitig nur als 'Vater des Glaubens' angesehen, sondern in seiner Vielschichtigkeit dargestellt werden.

Abraham im 'Buch der Jubiläen': Das Buch entstand, als die Hellenisierung Judäas zum Aufstand der Juden geführt hatte. Es wird auch die 'Kleine Genesis' genannt, weil es die Genesistexte neu interpretiert und versucht, jüdische Identität aus der Krise der Zeit heraus neu zu formulieren. In ihm wird die Tora schöpfungstheolo-gisch verankert, was heißt, dass die Offenbarung am Sinai eigentlich bereits bei der Schöpfung stattgefunden hat. Jüdische Identität wird nun in der strikten Einhaltung der Gesetze gesehen, die Abraham als erster befolgt. Wie sehen nun seine Beziehungen zu Anderen aus? So versteht er sich gut mit den Chaldäern, also mit Andersgläubigen, ohne von ihnen die Einhaltung der Gesetze zu erwarten. Hier spiegelt sich der Identitätskampf Israels unter der Fremdherrschaft wider.

Abraham im NT: Der Jude Paulus machte ähnliches wie die Genesis: er schuf in seiner Theologie (Galater 3, 4, Römer 4) eine neue christliche Identität durch und in Abraham. Das zeigt sich z.B. darin, dass er die Nachkommenverheißung nicht mehr ethnisch versteht, sondern auf Christus zielen lässt, und die Heidenchristen mit hineinnimmt. Die genaue Einhaltung der Gesetze lehnt Paulus ab. Er bindet einerseits das Christliche an die jüdische Tradition und öffnet es andererseits für die heidnische Welt. Dabei bleibt Abraham als Ursprung und katechetisches Vorbild wichtig; er ist aber nicht mehr Zentrum des christlichen Glaubens.

Abraham (Ibrahim) im Koran: Der Mohammed offenbarte Koran setzt sich besonders mit zwei Traditionen auseinander: Zum einen versteht er sich als erneuerte Bibel, als wahre Offenbarung; zum anderen beschäftigt er sich mit den altarabischen, altorientalischen Gottheiten, die in der Kaaba, dem Pilgerzentrum der Beduinenstämme, verehrt wurden. Polytheismus lehnt er radikal ab. Ibrahim gilt als der erste Muslim, weil er als erster an den Einen geglaubt hat. Nach Sure 2,124-142 wird der Glaube Ibrahims an den einen Gott von Anfang an ganz eng zusammengebracht mit der Glaubenspraxis der Muslime, etwa dem Ritualgebet oder der Haddsch (Wallfahrt), aber auch mit Glaubensaussagen wie der gnädigen Zuwendung Gottes zu den Menschen oder dem Gericht. So verbindet Ibrahim auch hier unterschiedliche Einzelidentitäten zu einer neuen Identität.

Die koranische Identität Ibrahims führt, analog zum Judentum, ins Zentrum des Islam hinein, während die christliche Identität Abrahams aus dem Zentrum des Christentums hinausführt. Wählt man also Abraham als die, die Glaubensgemeinschaften verbindende Gestalt, dann sind in Judentum und Islam Kernbereiche betroffen, nicht aber im Christentum. Doch hat die Entscheidung für Abraham ihre Berechtigung: Mit ihm als Basis lässt sich der Glaube der anderen anerkennen.

Abrahams Identität wandelt sich ständig, und so kann er Vorbild sein, wie stets neu eine Antwort auf die jeweilige politische und religiöse Situation gegeben und Glaube weiterhin gelebt werden kann. Der Glaube an den einen Gott ist dabei so lange ohne Belang, wie er nicht mit Leben erfüllt ist, d. h. sich nicht in der Glaubenspraxis zeigt. Diese allerdings trennt dann die 'Abrahamitischen Religionen' wieder voneinander.

Obwohl Abraham Krisen bewältigt und Unterschiedliches überwindet, sieht Bechmann in seiner Wahl als Basis für die Verbindung von Glaubensgemeinschaften doch eine Gefahr: er muss zwangsläufig vereinfacht gesehen und gewisse Aspekte seiner Person müssen ausgeblendet werden. Daher schlägt sie vor, die Grundlage des Dialogs nicht auf Abraham allein festzulegen.

In der Diskussion wandte Prof. Görg ein, es könne der Eindruck entstanden sein, Abraham sei eine Art Chamäleon, das je nach Bedarf sein Aussehen ändere und sich so oder so in Anspruch nehmen ließe. Dies aber sei ein Missverständnis. Bei aller individuellen Ausrichtung und Prägung der 'Abrahamitischen Religionen' lässt sich feststellen, dass es in ihnen etwas Durchgängiges gibt: Abraham macht sich fest in Gott. Diese Glaubenshaltung, das Sich-festmachen-in-Gott, sei entscheidend, nicht die inhaltliche Konkretisierung des Glaubens im einzelnen sowie die daraus folgende Praxis. Andernfalls hielte man an Abraham nur formal als an einer Kunstfigur fest und nähme ihn nicht als einigende Gestalt in Anspruch.


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TAGESAUSFLUG INS JÜDISCHE SCHNAITTACH

von Albrecht Busch

Als wirklich 'schön' kann man Schnaittach nicht gerade bezeichnen. Der Eigentümerstolz der Hausbesitzer in den Jahren seit etwa 1950 verunzierte alte Bausubstanz mit Thermofenstern und Zierputz. Die Ortsplanung hatte wohl zu spät eingesetzt, immerhin sorgte sie für die Gestaltung des ansehnlichen Marktplatzes. Die politische Bedeutung des Ortes, etwa 25 km von Nürnberg entfernt, ist gering, sie ist seit der Eingliederung ins Königreich Baiern 1806 geschwunden.

Dennoch hat Schnaittach die Freunde Abrahams interessiert, die mit einem Bus voller Mitglieder samt den beiden Vorsitzenden, Prof. DDr. Manfred Görg und Dr. Stefan J. Wimmer unter der Leitung von Andrea Gramann, M.A. aus München angereist waren. Mit uns fuhr auch unser Mitglied Prof. Dr. Georg Denzler, der in den 60er Jahren Kaplan in Schnaittach war und während der Fahrt lebendig von seinen damaligen Erfahrungen erzählte. Zwei in Nürnberg lebende Freunde Abrahams kamen hinzu. Ehemaliges jüdisches Leben in Schnaittach kennen zu lernen war unser Ziel.

Das Jüdische Museum Fürth, mit seinem Zweigmuseum Schnaittach, hat sich für diesen Ort die Aufgabe gesetzt, jüdisches Leben auf dem Lande zu zeigen. In der Museumsgasse, der ehemaligen Judenschulgasse, in den Häusern der ehemaligen jüdischen Rabbinerfamilien sowie der Synagoge – mit Männerschul und Frauenschul – ist das von Bernhard Purin modern gestaltete, sehr ansprechende Museum eingerichtet. Daneben stehen heute noch das von der Gemeinde übernommene Schulklopferhaus und das winzige Totengräberhaus. So wird anschaulich, unter welch einfachen Bedingungen die jüdischen Bürger auf dem Lande in den vier Gemeinden des Rabbinats gelebt haben. Es wird auch deutlich, wie 'normal' die Nachbarschaft der Bürger unterschiedlichen Glaubens war.

Schnaittach, im Schutz der Ganburg Rothenberg gelegen, hatte vom 16.-18. Jhdt. durchaus politische Bedeutung: es war Amtssitz und besaß die niedere Gerichtsbarkeit. Die Ganerben ließen die Juden, deren gute Handelsbeziehungen man schätzte, unter wechselnden Bedingungen in ihrem Schutze wohnen. Zwar konnten die Juden nicht die von Zünften kontrollierten Gewerbe ausüben, kleinere Gewerbe und Dienstleistungen waren ihnen aber möglich. Sie stellten stets rund ein Sechstel der Bürger in dem vorwiegend katholischen Marktflecken. Das bayerische Judenedikt von 1812 (1861 aufgehoben) begrenzte die Anzahl der jüdischen Haushalte in Schnaittach auf den damaligen Stand von 62 Familien. Junge Juden waren also gezwungen, wegzuziehen. 1932 wohnten noch 45 Juden (2 %) in Schnaittach. Mit dem Pogrom der Nationalsozialisten vom 09.11.1938 wurden die restlich verbliebenen Juden vertrieben, die Synagoge angezündet (und schnell wieder gelöscht, ehe allzu großer Schaden entstand – die Feuerwehr saß in der Wirtschaft nebenan bereit). Seit am 06.01.1939 der Ort für 'judenfrei' erklärt wurde, kehrte nur noch ein einstiger Schnaittacher Jude zurück. Seither ist kein Jude mehr in dem Städtchen ansässig.

Es war das Verdienst von Frau Birgit Kroder-Gumann, Rechtspflegerin und Heimatforscherin, uns diese Zusammenhänge kenntnisreich und einfühlsam zu vermitteln. Sie führte uns durch Museum und ehemalige Synagoge, auch hinunter ins Ritualbad, die Mikwe. Mit ihr besuchten wir die drei jüdischen Friedhöfe, von denen zwei weitgehend erhalten sind. Sie erzählte von der Krämerin Emma Ullmann, in deren Laden es neben jüdischem Alltagsbedarf auch Heiligenbildchen gab, von Hermann Freimann, der 1948 für seine beiden letzten Lebensjahre zurückgekehrt war und der letzte in Schnaittach beerdigte Jude ist, auch von den Nachkommen der ausgewanderten/vertriebenen Juden, die heute den Lebensraum ihrer Vorfahren besuchen wollen. Sie berichtete auch von Objekten aus dem Rabbinat Schnaittach, etwa einer Thorakrone, die heute in den großen Museen der Welt, wie in New York, zu besichtigen sind.

Insgesamt war es ein schöner und angemessener Ausflug der Freunde Abrahams. Er wurde beschlossen bei Eis und Umtrunk in einer italienischen Eisdiele unter einer herrlichen alten fränkischen Linde.


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'FREMDE HEIMAT – VERTRAUTES EXIL'

von Nina Redl

Die SommerUniversitätMünchen2005 (SUM2005) unter dem Motto 'Fremde Heimat – vertrautes Exil' des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur und seines Freundeskreises, die Prof. Dr. Dr. Manfred Görg mit seinen Veranstaltungen zum Verhältnis von Hebräischer Bibel und Altem Testament bereicherte, war ein überwältigender Erfolg. Mit 130 Teilnehmern, die sich dem klassischen Fächerkanon Jüdischer Studien sowie aktueller Fächer wie dem jüdisch-christlichen Dialog und der Antisemitismusforschung widmeten, hatte die Veranstaltung mehr Besucher aufzuweisen, als derzeit Studenten für den Studiengang Religionwissenschaft an der LMU eingeschrieben sind! Auf akademischem Niveau wurde einem aus unterschiedlichsten Bereichen und Qualifikationen kommenden Hörerkreis mehr über die vielfältigen Facetten des Judentums vermittelt.

Die Hoffnung der Organisatoren ist es nun, durch ein jährliches Ausrichten der SommerUniversitätMünchen diese Veranstaltung zu einer Tradition werden zu lassen und damit zur Entwicklung und Entfaltung 'Judaistischer Studien' in München – und darüber hinaus in Deutschland – beizutragen. Zudem ist geplant, europäische sowie außereuropäische wissenschaftliche Einrichtungen und Partner einer solchen akademischen Woche zu finden, mit diesen Kooperationen aufzubauen und so ein wissenschaftliches Netzwerk zu 'Judaistischen Studien' zu etablieren.

Unser Gründungsmitglied Nina Redl war Mitorganisatorin der SUM2005 und Dozentin; sie promoviert derzeit in New York in Jüdischer Philosophie und Talmud und befindet sich in der Rabbinatsausbildung.


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VON PHILISTERN FRÜHER UND HEUTE

ein Bericht aus Israel/Palästina
von Stefan Jakob Wimmer

Diese Zeilen schreibe ich in einem kleinen Dorf in Palästina, im August 2005. Das Dorf heißt Balata und liegt am Rand der Stadt Nablus, einer der größten Städte der sogenannten Westbank, zwischen Jerusalem und Galiläa, in einer Gegend, die in der Bibel, und nach offizieller israelischer Diktion auch heute wieder, 'Samaria' genannt wird. Ich bin hier in Balata, weil meine Frau aus diesem Dorf stammt, und wir, zusammen mit unseren zwei kleinen Kindern, die große Familie meiner Frau besuchen.

Vor zweitausend Jahren ist hier am Dorfbrunnen schon einmal ein Fremder einer einheimischen Frau begegnet. Die Frau war eine Samariterin und den Fremden nennt Johannes, der von der Begegnung berichtet, einen 'Propheten' und 'Messias' (Joh 4). Der Ort des Geschehens, der Brunnen, den einst der Patriarch Jakob gegraben haben soll, wird noch heute am Rand des Dorfes gezeigt, in einer Grotte unter einer (griechisch-orthodoxen) Kirche. Die Kirche wurde erst in den 1990er Jahren neu gebaut und erhielt eine Kuppel und zwei weithin sichtbare Kirchtürme, und das in unmittelbarer Nachbarschaft von mehreren Minaretten. (Warum nur muss ich dabei an Sendling denken?) Es ergibt ein wunderschönes Bild, finde ich.

Ganz in der Nähe befindet sich eine weitere heilige Stätte: das Grab des Josef, Sohn jenes Jakob, den laut Koran und Genesis seine Brüder nach Ägypten verkauft haben und den die Israeliten bei ihrer Rückkehr ins Land Kanaan auf dem Grund seines Vaters wiederbestattet haben. Freilich weiß niemand, ob das Grab authentisch ist; immerhin lässt sich seine Präsenz mindestens bis in byzantinische Zeit zurückverfolgen. Ganz unabhängig davon aber war es ein wunderschöner Ort mit einer zauberhaften Ausstrahlung: ein kleines Kuppelgebäude mit einem großen, alten Maulbeerbaum davor. Jahrhunderte lang haben die arabischen Dorfbewohner von Balata das Grab als das ihres koranischen Propheten verehrt und Reisende berichten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, dass gleichzeitig (!) auch Christen, Juden und Samaritaner hergepilgert sind und dort gebetet haben, jeder auf seine Weise. Dieser Zustand änderte sich, als eine Gruppierung von in diesem Fall extrem fanatischen, jüdischen Siedlern, die sich in der Umgebung von Nablus niederließen, das Grab exklusiv für sich beanspruchten und im Lauf der Zeit und unter Rückendeckung der israelischen Armee um das Grab herum eine Jeschiwa einrichteten, den Komplex mit einer Mauer und Stacheldraht umgaben. Muslimische Besucher waren nicht mehr willkommen und sie wagten sich auch kaum mehr in die Nähe des Ortes (der doch weiterhin in ihrem Dorf lag), aus Angst vor Schießereien, die dort tatsächlich immer öfter ausbrachen. Die Siedler wurden mit Steinen beworfen, die Soldaten schossen zurück. Der früher friedliche Ort wurde ein Herd der Gewalt, auf den sich zunehmend der Hass der Dorfbewohner richtete. Als während der 2. Intifada, in den letzten Jahren, die Armee von hier abgezogen wurde, stürmten sie das Grab und zerstörten es. Heute ist die Kuppel über dem Grab Josefs demoliert, das Gebäude eine verrußte, ausgebrannte Ruine. Vom Maulbeerbaum existiert nur noch ein einziges, getrocknetes Blatt, das ich mir bei einem meiner ersten Besuche hier vor fast 20 Jahren in mein Tagebuch geklebt habe. Ein tragisches und trauriges Bild, und ein Stück weit wohl auch ein sichtbares Symbol für das, was aus diesem Heiligen Land geworden ist. Mich schmerzt der Anblick ganz besonders, denn dass wir unseren ersten Sohn Josef genannt haben, hat auch mit diesem Ort zu tun. Es bleibt die Hoffnung, dass unser Josef eines Tages erleben darf, wie das Josefsgrab im Heimatdorf seiner Mutter wieder restauriert und von Muslimen, Juden, Samaritanern und Christen gemeinsam verehrt werden wird.

Zu Balata gehört schließlich noch der Tell, der antike Siedlungshügel. Er liegt gleich hinter dem Haus, in dem ich schreibe, und hat Überreste der kanaanäischen Stadt Sichem zu bieten, die eigentlich mit zum Beeindruckendsten zählen, was das Land an archäologischen Sehenswürdigkeiten zu bieten hat (und das ist eine ganze Menge!). Trotzdem kommen seit Langem so gut wie keine Touristen mehr hierher, was bis vor ein, zwei Jahren auch durchaus verständlich war, inzwischen aber wieder möglich und für die Menschen hier enorm wichtig wäre.

Doch es war nicht der Tell Balata, nicht das biblische Sichem, das in diesem Sommer ausgegraben wurde. Es war das biblische Gat, der heutige Tell es-Safi, an dessen Grabungen ich mich beteiligte, und weshalb ich, vom Besuch der Schwiegerfamilie abgesehen, nun für insgesamt acht Wochen im Lande bin. Dieser Tell liegt in Israel – im Staatsgebiet von 1948, also nicht auf besetztem Gebiet – eine Dreiviertelstunde Fahrt südöstlich von Jerusalem, in Richtung Aschkelon und Mittelmeer. Die Gegend ist Gott-sei-Dank von Gewalt und Terror weitgehend verschont geblieben, schon seit dem Unabhängigkeitskrieg. Einige Araber leben dort heute noch, als Staatsbürger Israels, in Frieden und sogar Freundschaft, wie ich selber erleben konnte, mit ihrer jüdischen Umgebung. Unsere Grabungsmannschaft war in einem der Kibbutzim in der Nähe des Tells untergebracht, in Kfar Menachem.

Und so pendelte ich in diesen Wochen viel zwischen Israel und Palästina, zwischen Kibbutz und Westbank, hin und her – Grenzerfahrungen im wahrsten Sinne des Wortes, über die weit mehr zu erzählen wäre, als hier Raum ist. Unterwegs ist eine Reihe von Checkpoints zu passieren, was für mich als Ausländer höchstens lästig, aber nicht problematisch ist. Für Palästinenser kann die Erfahrung sehr unterschiedlich ausfallen: manchmal sind die Soldaten freundlich (auch das gibt es und es ist gar nicht so selten!), manchmal wird die Prozedur zur Demütigung, manchmal lebensgefährlich; und nicht selten ist überhaupt kein Durchkommen. Während man in Jerusalem den Eindruck haben kann, man wechsle von einem Land in ein anderes, wenn man von der modernen Fußgängerzone in der Neustadt in die arabischen Teile im Osten geht, so kommt mir Nablus, Zone A unter palästinensischer Autonomieverwaltung, geradezu wie ein anderer Planet vor. Alles, die Äußerlichkeiten, die Lebensbedingungen, aber auch das Denken und Handeln der Menschen, erscheinen mir unendlich weit entfernt. Demgegenüber ist Israel solide in 'unserer' westlichen Welt verankert. Hier gibt es durchaus viele Menschen, die erklären, dass sie bereit sind, den Palästinensern im Land 'ihren Platz' zuzugestehen; dabei haben sie meist von der Welt, in der Palästinenser leben, nicht die geringste Ahnung. Und umgekehrt. Die Mauer und der Zaun, die jetzt gerade durch das Land gezogen werden, werden das Zusammenprallen der Welten hier, auf so engem Raum, vielleicht mildern; sie werden aber ganz sicher die gegenseitige Fremdheit noch weiter verstärken.

Die Grabung auf dem Tell es-Safi also wurde durchgeführt von der Bar-Ilan-Universität von Ramat Gan, einer Stadt, die zum Großraum Tel Aviv gehört. Grabungsleiter war Prof. Aren Maeir, mit dem zusammen ich in den 1980er Jahren in Jerusalem eine Zeitlang studiert habe. Er hat nun zusammen mit Prof. Görg und mir ein gemeinsames israelisch-deutsches Projekt initiiert, das für zunächst drei Jahre von der 'Deutsch-israelischen Stiftung für wissenschaftliche Zusammenarbeit und Forschung' finanziert wird. Es widmet sich der Erforschung der Philisterkultur, genauer: der Assimilierungsprozesse, die die Philister durchgemacht haben, nachdem sie im 12. Jh. v. Chr. als Fremde ins Land kamen. Woher, wissen wir noch immer nicht mit Gewissheit – wahrscheinlich aus dem griechischen Raum. Hier übernahmen sie dann Vieles von der Kultur der einheimischen Kanaanäer, bis hin zu deren Sprache und Schrift und mancher ihrer Götter. Sie siedelten vor allem in der Küstenregion, etwa zwischen Gaza und Jaffa, während sich auf den Bergen ungefähr zur selben Zeit die Israeliten formierten. Die Stadt Gat, 'unser' Tell, war eine der wichtigsten Städte der Philister und lag landeinwärts, wo die Küstenebene ins Hügelland übergeht, und wo es immer wieder zu Konflikten zwischen beiden Völkern kam. Den legendären Kampf zwischen David und Goliat, dem berühmtesten Sohn der Stadt Gat, lokalisiert die Bibel hier ganz in der Nähe.

Von der Stadt wurde inzwischen schon eine ganze Menge ausgegraben, Wohnhäuser in erster Linie, dazu Keramik und manche Kleinfunde wie Schmuckstücke, Skarabäen und vieles andere. Der Tell ist sehr ausgedehnt und so wird an mehreren Stellen gleichzeitig gegraben. In 'Areal F', in dem wir (Von den Freunden Abrahams nahm das Ehepaar Herbst für zwei Wochen teil an der Grabung) eingesetzt waren, haben auch die Kreuzfahrer Spuren hinterlassen. Auf der Spitze des Hügels hatten sie die Burg 'Blanche Garde' errichtet, von der nur noch ein unansehnlicher Trümmerhaufen übrig ist. In unserem Areal fanden wir Grundmauern eines mächtigen Turms, der in die Schichten der Eisenzeit (also der Philisterstadt) hineingebaut war. Davor gruben wir mehrere Gräber aus: mit manchmal einfachen, manchmal behauenen Steinen eingefasste Erdbestattungen. In einem Fall war eine ganze kleine Familie begraben: Vater, Mutter und Kind, wobei das Kind auf der Brust der Mutter und die Mutter auf der Brust des Vaters ruhte. Die Frau hatte eine Kette aus einfachen Schmuckperlen um, einen bronzenen Armreif, und einen wunderschönen und noch intakten Parfumflacon aus Glas bei sich. Diese Bestattungen sind eindeutig spät; noch können wir nicht sagen, ob es sich um Kreuzfahrer, oder um spätere arabische Gräber handelt – und mir scheint, man kann darüber, dass man den Unterschied nicht ohne weiteres feststellen kann, ins Nachdenken kommen...

Aus der Zeit der Philister wurde in unserem Areal viel Keramik gefunden, darunter eine vollkommen intakte Öllampe, die auf den Fußboden eines kleinen Raums gefallen war, als die Stadt im späten 8. Jh. von den Assyrern zerstört wurde. Der bedeutendste Fund der Saison aber war eine winzige Tonscherbe: auf ihr sind ein paar Schriftzeichen eingeritzt, in alten kanaanäischen Buchstaben. Sie zu entziffern, wird mir noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Fest steht indes jetzt schon, dass es die älteste Inschrift aus philistischem Kontext ist, die bisher gefunden wurde. Und da überhaupt nur sehr wenige Texte aus dem Kanaan jener Zeit im allgemeinen, und aus Philisterstädten im besonderen, existieren, ist der Fund von enormer Bedeutung.

Krönender Abschluss der Grabungssaison war dann am 7. August, als der israelische Staatspräsident Mosche Katzav den Tell besuchte! Da ein deutsch-israelisches Gemeinschaftsprojekt mit beteiligt war, luden wir auch den deutschen Botschafter, Rudolf Dressler, ein, und auch der kam. Dazu kamen noch eine Reihe weiterer, mehr oder weniger wichtiger Persönlichkeiten, und so wurden eine Menge Hände geschüttelt und viele wichtige Fotos gemacht. Immerhin würdigte der Präsident die Kooperation mit München ausdrücklich, und die deutsche Fahne zusammen mit der israelischen hat vorher wohl auch noch nie in einer Philisterstadt geweht.

Tatsächlich ist das alles ja so selbstverständlich nicht: Dass Deutsche in Israel mitarbeiten können; und dass eine (übrigens betont religiöse!) israelische Universität ausgerechnet eine Philisterstadt ausgräbt. Dazu kommt, dass die heutigen Palästinenser sich selbst gern als Nachkommen der Philister sehen. Und so schließen sich die vielen Kreise, manchmal zum Guten, oft auf unselige Weise, zwischen Sichem und Gat, Katzav und Goliat und Josef, Balata und München. Dass sich die Freunde Abrahams an der Grabung beteiligten, könnte nicht besser im Sinne unseres Vereinszwecks liegen: mit Blick auf den Alten Orient eine bessere Verständigung zwischen den Religionen von heute suchen. Daher werden wir uns definitiv auch nächstes Jahr wieder bei den Grabungen in Gat beteiligen – und selbstverständlich sind Mitglieder wieder herzlich dazu eingeladen.

Vielleicht werden wir die Option zur Teilnahme an der Grabung verbinden mit einer Studienreise nach Israel/Palästina. Ob wir eine solche anbieten wollen und können, hängt auch von der Nachfrage ab. Sofern sich die Sicherheitslage im Land nicht wieder verschlechtern sollte, wäre eine solche Reise ohne weiteres möglich; wie lohnend sie wäre, hat hoffentlich nicht zuletzt dieser Bericht gezeigt, und dass wir hier im Land auch in sonst weniger besuchten Gebieten willkommen wären, kann ich garantieren. Sprechen Sie uns daher an und lassen Sie uns wissen, wie es mit Ihrer Akzeptanz einer solchen Reise im Sommer/Herbst 2006 aussieht.

Mehr erfahren Sie, wenn Dr. Wimmer am 28.11. und am 05.12. ausführlich und mit Bildern über die Grabung und seine Erfahrungen während des Aufenthalts in Israel/Palästina berichten wird.


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TIPPS


BUCHTIPP

VON ADAM BIS MUHAMMAD – BIBEL UND KORAN IM VERGLEICH

von Stefan J. Wimmer und Stephan Leimgruber

Interreligiöse Kompetenz ist in unserer mulitkulturellen Zeit mehr denn je der Schlüssel zu einem friedlichen und respektvollen Zusammenleben. Dieses Buch stellt Ziele und Methoden des interreligiösen Lernens vor und vermittelt elementares Basiswissen. Zudem bietet es didaktische Impulse, bibliographische Angaben sowie Hinweise auf audio-visuelle Medien.

Hg. Deutscher Katecheten Verein e.V., Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart, ISBN 3-460-33175-5, EUR 19.90

UND NOCH EIN TIPP FÜR WEIHNACHTEN

WELTRELIGIONEN ENTDECKEN

ein Memory-Spiel für Familien, Kinder und Jugendliche sowie Junggebliebene
Texte von Stefan J. Wimmer, Freunde Abrahams e.V.

Das Spiel greift gegenüberstellend die Gemeinsamkeiten und wichtigsten Eigenheiten der drei monotheistischen Weltreligionen auf und möchte auf spielerische Weise Interesse und Toleranz wecken. 36 Kartenpaare je 12 Bilder, z. B. Synagoge - Kirche - Moschee, oder Tora - Bibel - Koran, zeigen Symbole, Feste oder Rituale aus dem Judentum, Christentum und Islam, die sich in ihrer Eigenheit entsprechen oder ähneln. Die Bedeutung der Bilder und ihre Verbindungen zueinander sind in einem Beiheft übersichtlich abgebildet und erklärt.

Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart, ISBN 3-460-33205-0, EUR 12.90


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VORSCHAU

ISRAEL - PALÄSTINA

14tägige Studienreise • September/Oktober 2006

Mit der Reise 'Zu den Quellen: BIBLISCHES ÄGYPTEN' hatten die Freunde Abrahams im Herbst 2004 erstmals und mit großem Erfolg eine Auslandsreise unternommen und daran mit der Reise 'ISTANBUL - Brücke zwischen Welten', die von IDIZEM veranstaltet wurde, in diesem Jahr in kleinerem Rahmen angeknüpft.

Im Herbst 2006 wollen wir uns dann wieder auf große Fahrt begeben (ca. 14 Tage) und werden uns, unter der bewährten Leitung von Dr. Stefan J. Wimmer, einem ausgewiesenen Kenner des Landes, nach Israel begeben. Diese Reise wird wieder exklusiv für Mitglieder der Gesellschaft Freunde Abrahams e. V. durchgeführt. Informationen werden auf Anfrage Anfang 2006 zugeschickt und sind im Internet (demnächst) unter www.freunde-abrahams.de abrufbar.


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VERANSTALTUNGSKALENDER


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